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Wintersport: Infarkte gehäuft zum Urlaubsstart

Winterurlauber in den Bergen muten sich oft in großer Höhe und bei tiefen Temperaturen auf der Piste ungewohnt hohe körperliche Belastungen zu. Sie sollten dabei an ihr Herz denken, denn es könnte ein Infarkt drohen.

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Untrainierte Menschen sollten besonders zu Beginn eines Winterurlaubs ungewohnte körperliche Belastungen vermeiden.

Untrainierte Menschen sollten besonders zu Beginn eines Winterurlaubs ungewohnte körperliche Belastungen vermeiden.

© goodluz / fotolia.com

INNSBRUCK (ob). Wenn es im Winterurlaub zu einem Herzinfarkt kommt, ereignet er sich besonders häufig in den ersten Tagen nach Aufnahme der oft intensiven körperlichen Betätigung beim Skifahren.

Darauf lassen jetzt publizierte Ergebnisse der retrospektiven Erhebung einer Gruppe von Innsbrucker Kardiologen um Dr. Gert Klug schließen (Clin Res Cardiol 2011, online first).

Etwa 40 Prozent aller Todesfälle bei Wintertouristen in den österreichischen Alpen sind auf den plötzlichen Herztod - meist als Folge eines Myokardinfarkts - zurückzuführen. Klug und seine Mitarbeiter wollten wissen, unter welchen besonderen Umständen sich Herzinfarkte während des Winterurlaubs ereignen.

Unter den mehr als 1500 Patienten, die im Zeitraum zwischen 2006 und 2010 mit Myokardinfarkt in das Innsbrucker Uniklinikum eingeliefert worden waren, waren 172 Patienten auszumachen, bei denen dieses Ereignis während eines Winterurlaubs aufgetreten war.

In drei Viertel der Fälle handelte es sich um einen ST-Hebungs-Myokardinfarkt. Die meisten Betroffenen waren Urlauber aus Deutschland und Holland. Bei 110 nachträglich kontaktierten Personen dieser Gruppe (Durchschnittsalter: 60 Jahre) konnten per Befragung persönliche Daten sowie Auskünfte über die genauen Umstände des Infarktereignisses eingeholt werden.

Deren Analyse ergab, dass sich die meisten Herzinfarkte (56 Prozent) schon am ersten oder zweiten Tag nach Beginn der wintersportlichen Betätigung ereignet hatten. Nur 22 Prozent aller Infarktereignisse waren in der Zeit nach dem fünften Urlaubstag aufgetreten.

Und nur bei 19 Prozent der Patienten waren bereits zuvor aufgetretene Herzprobleme bekannt, bei den Übrigen kam der Herzinfarkt "aus heiterem Himmel" - wahrscheinlich auf Grundlage einer asymptomatischen KHK, wie die Autoren vermuten.

Zu hohe Belastung im relativ untrainierten Zustand könnte ein Trigger für das Infarktereignis gewesen sein. Bei mehr als 50 Prozent der Befragten stellte sich heraus, dass sie sich vor dem Urlaub körperlich relativ wenig bewegt hatten.

Möglicherweise kommt auch die Höhe als Einflussfaktor hinzu: Die Herzinfarkte ereigneten in einer durchschnittlichen Höhe von 1347 Metern, ermittelten die Autoren.

Gemessen an der Tatsache, dass im Beobachtungszeitraum Millionen von Skitouristen Urlaub in den Tiroler Alpen gemacht haben, erscheint das absolute Infarktrisiko von Winterurlaubern doch eher niedrig.

Gleichwohl raten Klug und seine Mitarbeiter, sich auf einen solchen Urlaub durch regelmäßiges Bewegungstraining adäquat vorzubereiten und es gerade in den ersten Urlaubstagen beim sportlichen Ehrgeiz nicht zu übertreiben.

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