Ärzte Zeitung online, 26.04.2017

Klinische Studie

Forscher testen Pflaster gegen Thrombosen

BERLIN. Im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, dem DZHK, startet eine klinische Studie zu einem innovativen und hochspezifischen Blutverdünner. Forscher wollen herausfinden, wie sicher und effektiv dieses lokal wirkende Präparat Thromben bei KHK-Patienten verhindern kann, die mit einem Herzkatheter behandelt werden, teilt das DZHK mit.

Bei Katheter-Engriffen können ja Plaques reißen und Wände der Blutgefäße verletzt werden. Revacept binde nur an das Kollagen verletzter Gefäßstellen und schirme sie so ab, dass sich keine Thrombozyten anlagern. "Revacept ist wie ein Pflaster, das die Läsion gezielt abdichtet", wird Privatdozentin Dr. Stefanie Schüpke vom Deutschen Herzzentrum München zitiert. Revacept (Dimeres GPVI-Fc) wurde durch die Biotechfirma advanceCOR, einer Ausgründung der Technischen Universität München, zum Medikament für die Anwendung am Menschen weiterentwickelt. In einer vorangegangenen Studie mit gesunden Probanden habe sich bereits gezeigt, dass Revacept sicher und gut verträglich ist, heißt es weiter in der Mitteilung. Außerdem laufe bereits eine klinische Studie, die Revacept bei Schlaganfallpatienten untersucht.

In der demnächst startenden Studie sollen nun 330 Patienten mit einer KHK untersucht werden, bei denen eine Katheterbehandlung geplant ist. Ein Teil der Patienten wird zusätzlich zu der üblichen Medikation mit Revacept behandelt. Während der Studie wird das Risiko für Blutungen kontrolliert und überprüft, ob Revacept Durchblutungsstörungen im Herzen ausreichend verhindert. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »