Ärzte Zeitung, 18.04.2006

Patienten mit Herzinsuffizienz beachten die Tips ihrer Ärzte

Studie: Niedergelassene Kollegen machen bei der Beratung einen tollen Job

GÖTTINGEN (Rö). Allgemeinmediziner und Internisten machen einen tollen Job bei der Betreuung von Herzinsuffizienz-Patienten. Die gute Beratung der niedergelassenen Kollegen sorgt dafür, daß Betroffene etwa über wichtige Warnhinweise wie Gewichtszunahme durch Ödeme informiert sind, die eine Zunahme der Herzinsuffizienz anzeigen.

Erfolg bei der Betreuung Herzinsuffizienter
Großer Erfolg niedergelassener Kollegen: Ein Jahr Betreuung machte Herzinsuffizienz-Patienten sensibel für Warnzeichen und Lebensstil-Änderung.

Das hat eine Studie an der Universität Göttingen von Dr. Martin Scherer und seinen Kollegen ergeben (DMW 131, 2006, 667). Das Team von der Abteilung für Allgemeinmedizin hat 91 Herzinsuffizienz-Patienten befragt: zunächst bei einem Klinikaufenthalt und ein Jahr später nach Betreuung durch niedergelassene Kollegen.

Ergebnisse: Viele Herzinsuffizienz-Patienten wissen offenbar nicht, daß sie bei einer Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage von zwei bis drei Kilogramm zu ihrem niedergelassenen Arzt gehen sollten: Bei der Entlassung aus der Klinik wußte das nur jeder vierte. Daß Patienten mit kochsalzarmer Ernährung zum Therapie-Erfolg beitragen können, wußte zunächst nicht einmal jeder zweite Betroffene, ergab die Studie.

Ein Jahr nach der Entlassung aus der Klinik wußten viel mehr Patienten Bescheid: Jetzt sagten 57 Prozent, daß sie bei Gewichtszunahmen zum Arzt gehen. 70 Prozent ernährten sich kochsalzarm. Und: Die Studie ergab, daß krankheitsbezogene Informationen der niedergelassenen Kollegen für die Patienten "sehr wichtig" waren.

Was viele Patienten noch nicht wissen, ist, daß sie sich durch Impfungen schützen können vor für sie besonders gefährlichen Infektionen wie Influenza und Pneumokokken-Krankheiten. Nur 43 Prozent hatten eine Grippe-Impfung; gegen Pneumokokken waren nur 20 Prozent geimpft.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »