Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung, 13.09.2005

Roboter-Orthese hilft Patienten nach Schlaganfall auf die Beine

Gerät setzt Muskelsignale in gewünschte Bewegung um / Innervation muß intakt sein

BERLIN (ner). An einer "intelligenten Orthese" für Schlaganfall-Patienten arbeiten Ingenieure der Technischen Universität Berlin. Die Roboter-Orthese soll künftig Patienten mit gelähmtem Bein bei Bewegungsübungen unterstützen.

Beinorthese mit Elektromotor (unten). Die Sensoren werden durch die blauen Bandagen (oben) an Ort und Stelle gehalten. Fotos: TU Berlin

Das Besondere an dem Gerät ist, daß es voraussehen kann, welche Bewegung ein Patient ausführen möchte, so Christian Fleischer vom Institut für Technische Informatik und Mikroelektronik zur "Ärzte Zeitung".

Das Gerät mißt EMG-Signale am Oberschenkel und errechnet daraus die beabsichtigte Bewegung.

Dazu werden mit mehreren Sensoren elektrische Signale von der Haut direkt oberhalb der Oberschenkelmuskeln registriert und von einem kleinen Computer weiterverarbeitet, der am Körper getragen werden soll.

Je nach beabsichtigter Bewegung sind manche Muskeln stärker aktiv als andere. Aus dem Muster errechnet. Das Gerät die erforderliche Bewegung, die durch Elektromotoren und Hubgestänge umgesetzt wird.

Voraussetzung für eine Anwendung ist allerdings, daß die Innervation noch intakt ist und sich die Muskeln koordiniert anspannen lassen. Für Querschnittgelähmte oder Menschen mit spastischen Lähmungen ist das Gerät deshalb ungeeignet.

Fleischer hofft, mit Unterstützung eines Medizintechnik-Herstellers in einem halben Jahr erste klinische Tests bei Patienten machen zu können. Sollte sich das Konzept bewähren, wird dies nach Ansicht der Berliner Entwickler die Rehabilitation von Schlaganfall-Patienten verbessern. Diese könnten das Gerät auch alleine zu Hause handhaben. Zudem könnten viele Patienten gleichzeitig behandelt werden.

Wenn die Beinorthese ausgereift ist, lasse sich auch eine Roboter-Orthese für Arme testen, so Fleischer. Sein Kollege Andreas Wege hat bereits ein Modell für die Hand entwickelt. Mit diesem Gerät, das wie ein Handschuh angezogen wird, können alle Bewegungen in den Fingergelenken ausgeführt werden.

Außer bei Schlaganfall-Patienten komme die Orthese auch bei schweren Handverletzungen infrage. So könnten mit dem Handschuh Kräfte erzeugt werden, gegen die der Patient arbeiten muß. Auf diese Weise wird die geschwächte Muskulatur trainiert.

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