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Nutzen einer Apoplexie-Therapie mit Ultraschall und Lyse noch unklar

WIESBADEN (ars). Die Verstärkung der Thrombolyse durch Ultraschall kann die Therapie beim ischämischen Schlaganfall eventuell weiter verbessern. Doch noch ist der Stellenwert der neuen Methode nicht klar, und die wissenschaftlichen Ergebnisse sind widersprüchlich. Darauf wiesen Spezialisten beim Neurologenkongreß in Wiesbaden hin.

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In einer britischen Studie waren 126 Patienten, alle mit einem Verschluß der Arteria cerebri media, in zwei Gruppen eingeteilt worden, berichtete Professor Martin Grond vom Kreiskrankenhaus Siegen.

Die eine Gruppe erhielt eine intravenöse Lyse mit rt-PA (rekombinantem Gewebe-Plasminogenaktivator), die andere zusätzlich eine Zwei-Stunden-Dauersonographie. Dafür wurde ein Diagnostikgerät mit 2-MHz (Megahertz)-Ultraschall verwendet (NEJM 351, 2004, 2170).

Zwischen beiden Gruppen ergab sich ein signifikanter Unterschied bei den kompletten Rekanalisationen: Für die herkömmliche Lyse wurde die Rate mit 18 Prozent angegeben, für die Sono-Thrombolyse mit 46 Prozent. Symptomatische Hirnblutungen dagegen kamen etwa gleich häufig vor.

Die Daten dieser Studie haben Hinweise darauf gegeben, daß man die Lyse eventuell beschleunigen kann, aber das ergab sich nur aus dem klinischen Verlauf. Professor Michael Hennerici von der Universität Mannheim hat mit seiner Arbeitsgruppe das Verfahren daher überprüft: Zwölf Patienten erhielten als einzige Behandlung eine rt-PA-Lyse, 14 Patienten wurden zusätzlich beschallt, und zwar mit einer Frequenz von 300 KHz (Kilohertz).

Wie sich anschließend in der Magnetresonanz-Tomographie herausstellte, unterschied sich die Häufigkeit der Rekanalisationen kaum, aber in der Ultraschallgruppe traten vermehrt Blutungen auf. "Wir mußten die Studie abbrechen, weil relativ viel hämorrhagische Transformationen vorkamen ", berichtete Hennerici bei einem Symposium der Schlaganfallinitiative Act Now, das vom Unternehmen Boehringer Ingelheim veranstaltet worden war.

Nach seinen Angaben könnte eine transkranielle Beschallung über längere Zeit durchaus Schäden hervorrufen. "Die Idee ist gut, aber noch weiß zum Beispiel niemand, welche Frequenzen am günstigsten sind", sagte Hennerici. Für die tiefen Frequenzen, die seine Arbeitsgruppe verwendet habe, sei ein Effekt nachgewiesen, aber es gebe für Dauer und Intensität wahrscheinlich eine kritische Grenze.

Wie kann Ultraschall den Erfolg der Lyse verbessern? Nach den Ergebnissen von Modellversuchen wird die Aktivität von Fibrinolytika gefördert, der Wirkstoff wird leichter transportiert, die Fibrinstruktur wird reversibel modifiziert und die Bindung von t-PA an Fibrin gesteigert.

Eine weitere Zukunftsperspektive zur Akuttherapie bei Schlaganfall ist die Sono-Thrombolyse mit Mikrobläschen, mit oder ohne zusätzliche Verwendung von Fibrinolytika: Dabei verabreicht man intravenös winzige Bläschen aus Kontrastmittel, die mit dem Schallkopf gezielt zum Platzen gebracht werden. Sie verstärken die Zerstörung des Thrombus durch enzymatischen Abbau sowie durch mikromechanische Effekte.

Die Rate der kompletten Rekanalisationen betrug mit den Microbubbles 54 Prozent, mit rt-PA-Lyse plus Ultraschall 40 Prozent, mit rt-PA-Lyse allein dagegen nur 24 Prozent. Daten dieser Studie waren auf der Schlaganfall-Konferenz 2005 in New Orleans vorgestellt worden.

"Am besten wäre es, man würde die Bläschen mit rt-PA füllen und das Gerinnsel damit beschießen. So erreicht man mit einer kleinen Menge sehr viel", sagte Grond. Die Möglichkeit, damit auch andere Medikamente oder Marker zu applizieren, öffne die Tür für eine differenzierte Therapie.

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