Ärzte Zeitung, 22.08.2006

Grüner Laser verschließt Teleangiektasien

Erythrozyten geben absorbierte Wärme an die Venenwand ab / Veränderte Gefäße werden so versiegelt

MÜNCHEN (cin). Mit einem neuartigen grünen Laser lassen sich gute Therapie-Ergebnisse bei Patienten mit vaskulären Veränderungen wie Teleangiektasien erzielen. Dabei liegt die Abheilungsrate nach ein- bis zweimaliger Bestrahlung bei etwa 80 Prozent.

Diese ersten Ergebnisse und Erfahrungen zum grünen Lithium-Borat-Laser hat Privatdozent Uwe Paasch auf der Fortbildungswoche für Praktische Dermatologie und Venerologie in München vorgestellt.

Am Universitätsklinikum in Leipzig wurden in der Hautklinik mittlerweile 271 Patienten mit dem neuen Gefäßlaser IDAS behandelt. "Ein IDAS-Laser emittiert grünes Licht, also Licht mit einer Wellenlänge von 532 nm. Das grüne Licht wird von roten Blutkörperchen absorbiert und erwärmt diese. Die Erythrozyten geben die Wärme an die Venenwand weiter, damit wird das Gefäß verschlossen", erklärte Paasch in München.

Indikationen für die neuartige Lasertherapie sind superfizielle Gefäße wie Teleangiektasien, Hämangiome, senile und skrotale Angiome. Das Verfahren läßt sich aber auch anwenden bei Patienten mit Spider naevi, Hämangiomen oder auch Angiofibromen.

    Viele Patienten brauchen bei Lasertherapie nur eine einzige Sitzung.
   

Nach den ersten klinische Erfahrungen bezeichnet Paasch die Therapie mit dem grünen Lasersystem als sicher, solide und effektiv. 59 Prozent der Patienten hätten lediglich eine Behandlung gebraucht. Bei 19,8 Prozent waren zwei Therapiesitzungen notwendig, bei 11,9 Prozent drei, bei 4,8 Prozent vier Sitzungen. Therapieversager gebe es ebenso wie bei anderen Laser-Methoden.

"Die Effektivität der Behandlung kann durch Kühlung stark verbessert werden", erklärte Paasch. "Kühlung während der Therapie verhindert das Reflexödem und fördert nach der Therapie die Abheilung."

Erytheme, Krusten, ein geringes Narbenrisiko, leichte Schmerzen oder postinflammatorische Hyperpigmentierung sind Wirkungen, mit denen der Patient konfrontiert werden könne. Die Komplikationen seien aber insgesamt selten. Wichtig sei es zudem, darauf zu achten, daß Patienten mit Lasertherapie keine lichtsensibilisierenden Medikamente während der Therapie einnähmen, so Paasch.

Der IDAS-Laser, vom Unternehmen WaveLight® nach einer Gestalt in der griechisch-römischen Sagenwelt benannt, unterscheidet sich etwa vom herkömmlichen KTP-Laser durch einen anderen technischen Aufbau. Dadurch erbringt er bei gleicher Wellenlänge eine höhere Leistung (acht statt fünf Watt).

Die Therapie mit dem IDAS-Laser ist ein IGeL-Angebot. Abgerechnet werden kann zum Beispiel mit GOÄ-Ziffern A2440 , 441 plus 740. Hinzukommen Untersuchung (Ziffer 5) und Beratung (Ziffer 1).

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