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Drei Wochen Heiserkeit? Laryngoskopie!

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SCHLIEREN/LUGANO (ner). Akute Heiserkeit ist in 90 Prozent der Fälle viral bedingt. Dauert sie allerdings länger als drei Wochen an, sollte eine Laryngoskopie vorgenommen werden.

Dies sei vor allem notwendig, um dauerhafte Störungen des stimmbildenden Organs zu verhindern, so Dr. KlaroSalome Zwicky-Beck aus Schlieren in der Schweiz und Dr. Raffaele Pelloni aus Lugano (ORL Praxis 1, 2007, 4).

Denn durch das Beanspruchen der Stimmlippen im entzündeten Zustand entstehen Mikronekrosen, was gerade für Personen in Sprechberufen negative Konsequenzen für die Stimmbildung hat. Deshalb sei die Schonung der Stimme außer den üblichen Maßnahmen wie Dampfinhalationen und schleimlösenden Medikamenten ein wichtiger Therapiebestandteil bei Laryngitis, so Zwicky-Beck und Pelloni.

Patienten mit Sprechberufen müsse man stets mehrere Tage arbeitsunfähig schreiben. Häufig rezidivierende Laryngitiden schwächen den Musculus vocalis. Wird keine Stimmruhe eingehalten, bilden sich falsche motorische Muster aus. Folge sind langfristige Stimmprobleme.

Ein weiterer Grund, länger bestehende Stimmstörungen laryngoskopisch abzuklären, ist der Ausschluss eines Larynxkarzinoms. Zwar sei die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich ein Karzinom zu finden, klein, so die Schweizer HNO-Ärzte. Jedoch könne bei frühzeitiger Diagnose oft die Laryngektomie vermieden werden.

Besonders bei langsamem Beginn der Heiserkeit und lange anhaltender Stimmstörung muss an diese und andere organische Störungen gedacht werden: chronische Laryngitis, Reinke-Ödem (hyperplastische Laryngitis), Stimmlippenpolypen oder -zysten, Kehlkopfpapillomatose.

Diese Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, inhalative Noxen, vor allem das Rauchen, unbedingt zu meiden. Es gilt, nach Ursachen einer chronischen Laryngitis zu suchen, etwa einer chronischen Sinusitis oder der refluxassoziierten Laryngitis. Gegebenenfalls könne eine vier- bis sechswöchige Probetherapie mit einem Protonenpumpenhemmer vorgenommen werden, empfehlen Zwicky-Beck und Pelloni.

Schließlich kommen bei Heiserkeit auch funktionelle Stimmstörungen in Betracht, etwa aufgrund einer schlechten Stimmtechnik oder wegen psychischer Probleme. Schlechte Stimmtechnik verursacht zum Beispiel einen zu hohen Tonus des Musculus vocalis. Folge sind Stimmlippenknötchen, sogenannte "Sängerknötchen". Auch ein zu niedriger Muskeltonus ist möglich, so dass Kontaktgranulome entstehen, oft auch im Zusammenhang mit einer Refluxlaryngitis.

Behandelt wird primär konservativ, vor allem mit Stimmübungen beim Logopäden. Das gilt auch für psychogene Stimmstörungen, bei denen die Patienten den normalen Stimmklang bewusst nicht mehr erzeugen können.

Eine psychiatrische Therapie sei aus HNO-ärztlicher Sicht meist nicht notwendig, meinen die Schweizer Kollegen.

STICHWORT

Ursachen der Heiserkeit

Wichtigste und häufigste Ursachen der Heiserkeit sind die akute oder chronische Laryngitis.

Differenzialdiagnostisch kommen diese weiteren auslösenden Faktoren für eine anhaltende Heiserkeit in Betracht:

  • Stimmlippenpolypen oder Stimmlippenknötchen
  • bösartige Veränderungen der Stimmlippen
  • Lähmungen der Stimmlippen aus benigner oder maligner Ursache (etwa Zerstörung des Nervus laryngeus inferior bei Schilddrüsenkrebs)
  • gutartige Stimmlippen-Papillome, die entarten können.(ner)
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