Ärzte Zeitung, 12.01.2010
 

Chronisch verstopfte Nase bei Allergie - dann hilft vielleicht Op

Erschweren anatomische Faktoren die Atmung bei Allergie, sind Chirurgen gefragt

BERLIN (gvg). Behinderungen der Nasenatmung haben oft anatomische Ursachen, die sich bei ausgeprägten Befunden durch eine Operation beseitigen lassen. Daran sollte auch bei Patienten gedacht werden, die von einer allergischen Rhinitis geplagt werden.

zur Großdarstellung klicken

Eine OP beseitigt die Allergie nicht, kann aber den Leidensdruck mindern, so Experten.

Foto: © Udo Kroener / fotolia.com

"Natürlich ist eine Operation keine kausale Therapie bei allergischer Rhinitis. Im Einzelfall kann sie aber den Leidensdruck deutlich verringern", hat Professor Gerhard Rettinger von der HNO-Klinik der Universität Ulm beim 34. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer in Berlin berichtet.

So sei die Behinderung der Nasenatmung bei vielen Allergikern das Leitsymptom während ihrer Allergieepisoden. Wenn anatomische Faktoren in der Nasenarchitektur die Nasenatmung erschwerten, könne eine Korrektur die Rhinitis-Beschwerden deutlich verringern, auch wenn sie natürlich nichts daran ändert, dass eine allergische Rhinitis vorliegt. "Man muss den Patienten klar sagen, dass andere Symptome der allergischen Rhinitis durch den Eingriff nicht verschwinden werden", sagte der HNO-Experte.

Zu den prädisponierenden Faktoren einer behinderten Nasenatmung zählen Perforationen der Nasenscheidewand, Deformitäten der Nasenflügel sowie die so genannten Spannungs-, Schief- und Sattelnasen, bei denen das Nasenseptum in unterschiedlicher Weise von der Norm abweicht. "Unter Umständen kann die behinderte Nasenatmung bei Allergikern bereits mit einer Korrektur der Nasenscheidewand und einer Verkleinerung der Schwellkörper deutlich verringert werden."

Größere anatomische Fehlstellungen erfordern, dass das knöcherne Nasengerüst in den Eingriff mit einbezogen wird. Generell sollten Eingriffe an der Nasenarchitektur allerdings nicht zu ausgedehnt ausfallen, damit die ihre Nase Grundfunktionen wie eine Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft weiter gewährleisten kann, so Rettinger.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »