Ärzte Zeitung, 01.02.2013

HNO

Septumverschluss verbessert Lebensqualität

Nach Verschluss eines Nasenseptumdefektes ist der Operateur meist zufrieden. Doch wie geht es den Patienten? Ärzte von der Charité haben recherchiert.

BERLIN. Nasenseptumdefekte sind nicht besonders häufig, die Prävalenz wird mit 0,9 Prozent angegeben. Ohne Beschwerden ist keine Therapie nötig. Doch manche der Betroffenen haben Nasenbluten, Pfeifgeräusche, ein Fremdkörpergefühl oder Schmerzen.

Goldstandard der Therapie ist hier die dreischichtige Deckung in Brückenlappentechnik nach Schultz-Coulon - eine anspruchsvolle Op. Technisch ist sie meist erfolgreich. Damit sich der Aufwand lohnt, sollten die Patienten aber auch subjektiv von dem Eingriff profitieren.

Ein Team von HNO-Spezialisten um Florian Bast von der Charité in Berlin hat die Zufriedenheit der Patienten nach der Deckung von Septumdefekten mithilfe zweier Methoden erkundet, mit denen sich Veränderungen in Symptomen und Lebensqualität abbilden lassen (ORL 2012; 74: 299-303).

Es handelte sich dabei um das "Glasgow Benefit Inventory" (GBI), mit dem nach Verbesserungen oder Verschlechterungen nach einem Eingriff gesucht wird, sowie um den "Sino-Nasal Outcome Test 20" in der deutschen Version, erweitert um fünf speziell auf Septumdefekt-bedingte Beschwerden abstellende Fragen (SNOT-20 GAV SDT).

Die Messinstrumente zeigten bei Patienten nach Schultz-Coulon-Op durchweg Verbesserungen. Das GBI schlug positiv aus - in Bezug auf den Gesamtscore sowie auf die allgemeine und speziell die körperliche Gesundheit.

Der SNOT-20 zeigte ebenfalls positive Veränderungen - in der Summe wie in puncto primär nasaler und defektbezogener Beschwerden.

"Unseren Ergebnissen zufolge verbessert der erfolgreiche Verschluss von Defekten des Nasenseptums nicht nur die spezifischen und allgemeinen nasalen Symptome", schreiben Bast und seine Kollegen.

Auch der allgemeine Gesundheitszustand entwickle sich zum Positiven - und mit ihm aus Sicht der Patienten auch die Lebensqualität. (rb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »