Direkt zum Inhaltsbereich

www.schilddrüseninstitut.de bietet Wissensplattform

Bei Nachweis einer Schilddrüsenautonomie sollte auch bei normaler Schilddrüsenfunktion eine Therapie erwogen werden.

Von Maria Weiß Veröffentlicht:

BERLIN. Bei den meisten Patienten mit Schilddrüsenautonomie kommt es im Laufe der Zeit zu einer Hyperthyreose, die häufig nach einer Jodexposition manifest wird. Bei etwa zehn Prozent aller Schilddrüsenknoten ist eine Autonomie nachweisbar: Unabhängig vom Regelkreis wird Schilddrüsenhormon gebildet. Dieser Anteil nimmt mit steigendem Alter noch deutlich zu, sagte Professor Markus Luster aus Ulm bei einer von Merck Serono unterstützten Fortbildungsveranstaltung in Berlin.

Modell eines Kehlkopfs mit Schilddrüse. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Modell eines Kehlkopfs mit Schilddrüse. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Die Szintigraphie ist die sensitivste Methode zum Nachweis einer Autonomie. Das gilt besonders für Frühstadien, in denen die freien Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4) und oft auch die TSH-Werte noch im Normbereich liegen. Der Nuklearmediziner empfiehlt, einer Feinnadelpunktion bei Schilddrüsenknoten größer als 1 cm immer eine Szintigraphie vorzuschalten. Ein szintigraphisch "heißer" Knoten schließt ein Schilddrüsen-Karzinom mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Auf die Feinnadelpunktion kann bei diesen Patienten verzichtet werden. Auch wenn die Schilddrüsenparameter noch normal sind, riet Luster bei autonomen Schilddrüsenknoten zur Therapie. Nach einer Langzeituntersuchung kommt es bei 41 Prozent der Patienten mit euthyreoter oder latent hyperthyreoter Schilddrüsenautonomie im Lauf von zehn Jahren zu einer manifesten Hyperthyreose, die bei zwei Drittel von ihnen durch Jodexposition ausgelöst wurde.

Die Radiojodtherapie ist gerade bei kleinen autonomen Strumen effektiv. Sie zerstört die autonomen Bezirke und reduziert das Strumavolumen um etwa die Hälfte.

Mehr Informationen zum Thema Schilddrüsenerkankungen findet man unter der Adresse www.schilddrueseninstitut.de. Das "Schilddrüseninstitut" bietet, unterstützt von Merck-Serono und einem unabhängigen Expertenrat, unter anderem ein Diskussionsforum, Kongressberichte und eine interaktive Wissensplattform ("Thyropedia") zum Thema Schilddrüse.

Mehr zum Thema

Daten aus Deutschland

Übertherapie mit Schilddrüsenhormon L-Thyroxin hält an

Systematische Ursachensuche

Therapierefraktäre Hypothyreose: Was steckt dahinter?

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Aufklärung zu Risikogruppen essenziell

Netzhautablösung: Warnzeichen rechtzeitig erkennen

Lesetipps
Zwei ältere Menschen joggen am Strand.

© Ingram Publishing / Thinkstock.com

27 Krebsarten in der Analyse

Gesund leben, Krebsrisiko senken: Studie untermauert Zusammenhang

Blick in den Gerichtssaal des VG Gelsenkirchen bei Eröffnung der Verhandlung

© Christoph Reichwein / dpa / picture alliance

Entscheidung steht noch aus

Urteil zur Landarztquote: Mediziner erwägen Gang in nächste Instanz