Ärzte Zeitung, 04.10.2012

DGHM

Sorgsamer Umgang mit Antibiotika angemahnt

Resistente Keime sind auf dem Vormarsch. Das Problem: Es fehlen neue Antibiotika. Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie fordert daher einen sorgsameren Einsatz der Wirkstoffe.

HAMBURG (dpa). Im Kampf gegen resistente Krankenhauskeime rufen Experten zu einem sorgsamen Umgang mit Antibiotika auf.

"Nahezu alle bekannten Antibiotika-resistenten Krankenhauskeime sind weltweit und auch in Deutschland auf dem Vormarsch", sagte Professor Martin Aepfelbacher auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM).

Es seien jedoch mittelfristig keine neuen Medikamente auf dem Markt zu erwarten, so der Tagungspräsident. Nur frühzeitige Diagnostik, intensives Hygienemanagement und ausgedehnte Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen könnten "vor dieser Bedrohung schützen".

In Deutschland erkranken nach Daten des Robert Koch-Instituts 3,5 Prozent aller Klinikpatienten an einer Infektion durch multiresistente Erreger.

Zu den Problemkeimen gehören Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), die seit mehr als 50 Jahren bekannt sind.

Laut DGHM sind aber in den vergangenen zwölf Jahren Antibiotika entwickelt worden, die gut wirksam gegen MRSA sind. Größere Sorgen machen den Experten nun Infektionserreger aus dem Darm, für die es den Angaben zufolge derzeit keine Behandlungsoptionen gibt.

Dazu gehören beispielsweise spezielle Escherichia coli oder Extended-Spectrum-Beta-Laktamase-produzierende (ESBL) Klebsiellen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

HPV-Infektion durch Oralsex wohl eher selten

Frauen mit zervikaler HPV-Infektion übertragen die Viren offenbar nur sehr selten auf ihre Mundschleimhäute oder die ihres Sexualpartners, so eine kleine Studie. mehr »

Staatliche Digitalprojekte dauern zu lange

Kanzleramtsminister Helge Braun wünscht mehr Tempo bei der Digitalisierung in Deutschland. Die KBV zeigt sich indes zuversichtlich, dass die TI-Anbindung bis Ende Juni für die meisten Arztpraxen klappt. mehr »

Dutzende Ärzte in USA angeklagt

32 Millionen Tabletten illegal verschrieben: Das werfen Ermittler 31 Ärzten in den USA vor. Ein Arzt soll Opioide für Sex verschrieben haben – ein anderer an Facebook-Freunde verteilt haben. mehr »