Ärzte Zeitung online, 29.01.2014

Neuer Geschäftsbereich

Janssen will in Entwicklungsländern expandieren

NEUSS. Der Pharmahersteller Janssen Pharmaceuticals hat einen neuen Geschäftsbereich gegründet: Die Einheit "Janssen Global Public Health (GPH)" soll sich um die Arzneimittelversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern kümmern.

Das Aufgabenspektrum der neuen Unis, heißt es in einer Mitteilung der deutschen Landesgeselleschaft Janssen-Cilag, beinhalte die klinische Arzneimittel-Entwicklung sowie Konzeption und Realisation von Marktzugangsstrategien; letzteres in Zusammenarbeit mit Regierungen, Behörden und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen.

Der Präparate-Fokus liege auf HIV und multiresistenter Tuberkulose, Wurmerkrankungen sowie den Tropenkrankheiten Flussblindheit und Elephantiasis.

Zum Wirkstoffportfolio von GPH gehören unter anderem Sirturo® (Bedaquilin) gegen multiresistente Tuberkulose. Das Mittel - laut "Ärzte ohne Grenzen" die erste Innovation seit 1963, die speziell gegen TB entwickelt wurde - erhielt vor einem Jahr die Zulassung der US-Behörde FDA und kürzlich auch die Zulassungsempfehlung in Europa.

Die HIV-Medikamente Rilpivirin und Dapivirin: Für ersteres soll eine neue Langzeit-Depotformulierung entwickelt werden. Dapivirin wolle man als Vaginalring zur HIV-Prävention weiterentwickeln, heißt es.

Gegen Elephantitis und Flussblindheit wird derzeit eine Neuformulierung des Wirkstoffs Flubendazol getestet, und für den verwandten Wirkstoff Mebendazol soll eine neuartige, kaubare Formulierung entwickelt werden.

Janssen hat sich im Rahmen der 2012 verabschiedeten "London Declaration" verpflichtet, bis 2020 jedes Jahr 200 Millionen Dosen dieses Anthelminthikums an Entwicklungsländer zu spenden.

"Im Kampf gegen globale Gesundheitsbedrohungen ist es wichtig, den Bedürfnissen der Entwicklungsländer ebenso viel Bedeutung beizumessen wie denen der Industrienationen", ließ Paul Stoffels, Forschungsvorstand der Konzernmutter Johnson & Johnson und Vorsitzender von Janssen Pharmaceuticals anlässlich der Gründung des neuen Geschäftsbereiches verlauten. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Epileptiker haben hohe Überdosisgefahr

Die Gefahr, an einer Medikamentenüberdosis zu sterben, ist bei Epilepsiekranken fünffach erhöht, so eine Studie. Doch es ist anders, als auf den ersten Blick gedacht: Schuld sind meist nicht die Antikonvulsiva. mehr »

Zehntausende Arztpraxen nicht ohne Barrieren zu erreichen

Nur ein Drittel der Arztpraxen in Deutschland gelten – auch nur zum Teil – als barrierefrei. Das schränke die freie Arztwahl körperlich beeinträchtigter Menschen ein, moniert die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann. mehr »

Nichtstun ist gefährlich für Patientendaten

Nur noch wenige Tage, dann tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Grund genug auch für Ärzte, sich die Prozesse der Datenverarbeitung anzuschauen und auf Sicherheit abzuklopfen. mehr »