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Hygiene

Klinikkeime tolerieren Isopropanol

In Australien haben Klinikkeime eine Toleranz gegen Desinfektionsmittel entwickelt.

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Desinfektion mit Alkohol: Einer australischen Studie zufolge haben eineige Keime darauf eine Alkoholtoleranz gezeigt.

Desinfektion mit Alkohol: Einer australischen Studie zufolge haben eineige Keime darauf eine Alkoholtoleranz gezeigt.

© Peter Atkins / stock.adobe.com

MELBOURNE. In zwei großen Kliniken in Australien sind Erreger des Typs Enterococcus faecium entdeckt worden, die eine Toleranz gegen die üblichen isopropanolhaltigen Desinfektionsmittel besitzen. Das haben Infektiologen der Universität Melbourne beschrieben (Sci Transl Med 2018, 10(452) eaar6115).

Das Team um Dr. Sacha Pidot analysierte 139 Isolate aus Kliniken von Enterococcus faecium, die zwischen 1997 und 2015 gesammelt worden waren, und testete deren Alkoholtoleranz. Wie sich herausstelle, waren die nach 2010 genommenen Isolate zehn mal so resistent gegenüber einer Abtötung durch Alkohol als die anderen Isolate.

Untersuchungen des bakteriellen Genoms brachten Mutationen in der Kohlenhydrataufnahme und -metabolisierung ans Licht. Diese Gene versetzen das Bakterium in die Lage, sich der Abtötung durch Isopropanol zu widersetzen.

Wie viele andere Kliniken auch haben das Austin Hospital und das Monash Medical Centre in Melbourne mehrere hygienische Maßnahmen in Verwendung, um die Ausbreitung von nosokomialen Keimen zu stoppen. Bisher auch mit Erfolg: Die Zahl der Infektionen mit MRSA ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Die Zahl der Infektionen durch Enterokokken ist in dieser Zeit jedoch gestiegen, vor allem durch Enterococcus faecium. Möglicherweise ist dafür die Toleranzbildung der Bakterienstämme verantwortlich.

In Deutschland gebe es bisher keine Hinweise auf Enterokokken mit erhöhter Toleranz gegenüber alkoholische Desinfektionsmitteln, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" mit. Die australischen Stämme von Enterococcus faecium ließen sich auch nicht ohne Weiteres mit europäischen Stämmen vergleichen. Das RKI weist deshalb darauf hin, zur Abtötung von Bakterien auf den Händen Desinfektionsmittel korrekt anzuwenden, vor allem im Bezug auf die Dosierung und Einwirkzeit. (mmr)

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