Ärzte Zeitung online, 18.01.2019

Meningokokken

Beratungsgespräch in der Praxis ist essenziell für die Impfentscheidung

MÜNCHEN. Einer Umfrage zufolge informieren sich 82 Prozent der Eltern, beziehungsweise Schwangeren bei ihrem Kinder- und Jugendarzt über Themen wie Impfungen. 97 Prozent der Befragten lassen ihre Kinder wie vom Arzt empfohlen impfen.

Dies zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert das Beratungsgespräch in der Praxis hat, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens GSK. Vor allem bezüglich Meningokokken-Impfungen sind viele Eltern unsicher, ob sie ihre Kinder, neben der von der STIKO standardmäßig empfohlenen Impfung gegen die Serogruppe C, gegen weitere Serogruppen, wie der häufiger auftretenden Serogruppe B, impfen lassen sollen.

Diese ist mit etwa 66 Prozent aktuell für die meisten Meningokokken-Fälle in Deutschland ursächlich. Invasive Meningokokken-Erkrankungen (IME) sind in Deutschland mit rund 300 Fällen pro Jahr relativ selten. Doch die Anfangssymptome einer IME ähneln oft einer Grippe oder einem grippalen Infekt.

Daher ist es schwer, die Erkrankung frühzeitig zu diagnostizieren. „Als junger Assistenzarzt wurde in unserer Klinik ein anderthalbjähriger Junge eingeliefert, der leblos schien und stichartige Petechien zeigte. Trotz intensivmedizinischer Versorgung hatte das Kind keine Chance“, wird Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Horn aus Berchtesgaden in der Mitteilung zitiert.

Viele Ärzte machen in ihrer Klinikzeit ähnliche Erfahrungen. Denn das Tückische an IME: sie schreiten rasch fort und sind mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert.

Impfungen sind der bestmögliche Schutz gegen IME

Bereits etwa 60 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten erhalten eine Kostenerstattung der Meningokokken-B-Impfung – komplett oder teilweise – auf Anfrage bei ihrer Krankenkasse. Weitere Informationen dazu sind unter www.kinderaerzte-im-netz.de in der Rubrik „Impfen“ zu finden.

Um bei der Aufklärung von Eltern in der Praxis zu unterstützen, stellt GSK die Broschüre „Was sind eigentlich Meningokokken?“ bereit. Darin finden sich unter anderem Informationen zu Ansteckungswegen, Symptomen und Schutzimpfungen sowie Erfahrungsberichte von betroffenen Familien. Mit der Aufklärungskampagne „Meningitis bewegt“ möchte das Unternehmen zudem Eltern auf Meningokokken und Schutzimpfungen aufmerksam machen. (eb)

Die pdf der Broschüre ist erhältlich unter: www.gskpro.de/meningokokken

Informationen zur Aufklärungskampagne „Meningitis bewegt“ gibt es unter: www.meningitis-bewegt.de

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