Ärzte Zeitung online, 19.03.2019

Infektiologen

Tuberkulose nach wie vor eine Herausforderung in Europa

Die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen in Europa ist rückläufig, doch Entwarnung wollen Gesundheitsexperten nicht geben.

Tuberkulose nach wie vor eine Herausforderung in Europa

Jede Stunde wird bei 30 Menschen in der europäischen Region die bakterielle Infektionskrankheit TBC diagnostiziert, so die WHO.

© Zerbor / stock.adobe.com

STOCKHOLM. Tuberkuloseerkrankungen stellen Experten nach wie vor vor große Herausforderungen, wenn es ihnen gelingen soll, die Erkrankung komplett zu vermeiden.„Jede Stunde wird bei 30 Menschen in der europäischen Region die bakterielle Infektionskrankheit TBC diagnostiziert“, heißt es in einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO und der EU-Präventionsbehörde ECDC, der am Dienstag im Vorfeld des Welttuberkulosetags am 24. März veröffentlicht wird.

„Obwohl Tuberkulose eine uralte, vermeidbare und heilbare Krankheit ist, verursacht sie immer noch zu viel Leid und den Tod vieler Menschen in der EU und darüber hinaus“, sagte Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, laut einer Mitteilung.

Dem Bericht zufolge sind 2017 in den 53 Ländern der Region 275.000 neue Diagnosen und Rückfälle registriert worden. 77.000 Menschen litten an schwer zu behandelnder multiresistenter TBC.

Dass die Medikamente nicht mehr anschlagen, sei eine zunehmende Herausforderung. Die meisten Länder hätten Probleme damit, ihre Patienten erfolgreich zu behandeln.

In den 31 Ländern der EU und des Europäischen Wirtschaftsraumes (inklusive Norwegen, Liechtenstein, Island) gab es 55.337 TBC-Fälle. Dort wurden nur etwas mehr als 1000 Fälle von multiresistenter Tuberkulose registriert. „Da die Belastung in der Region sehr unterschiedlich ist, müssen die Ansätze von Land zu Land angepasst werden“, sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon.

Ziel sei es, die Krankheit bis 2030 in Europa auszurotten. Voraussetzung dafür sei jedoch eine korrekte und schnelle Diagnose. „Je früher ein Patient diagnostiziert wird, desto schneller kann er behandelt und eine Übertragung der Krankheit verhindert werden“, heißt es in dem Bericht. (dpa)

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