Ärzte Zeitung online, 23.05.2019

Europäische Seuchenbehörde

Sorge um chronische Infektionen in Gefängnissen

SOLNA. Jeder zweite HIV-Infizierte in Europa wird erst spät erkannt, kritisiert das „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) in Solna bei Stockholm. In einer Mitteilung unterstützt die europäische Seuchenbehörde daher die Europäische Testwoche vom 17. bis 24. Mai. Darin wird besonders für die Früherkennung von chronischen Infektionskrankheiten geworben.

Im Fokus der Aktionswoche stehen Infektionen im Strafvollzug. Gefängnis-Insassen sind nämlich im Vergleich zur Normalbevölkerung häufiger von Tuberkulose sowie von HIV, Hepatitis-B- und -C und auch anderen sexuell übertragbaren Krankheiten betroffen. Nach Studiendaten sind sich viele Häftlinge dieses erhöhten Risikos nicht bewusst.

Bei positiven Tests im Strafvollzug seien 53 Prozent der Betroffenen mit Hepatitis B, 12 Prozent mit Hepatitis C und 3 Prozent mit HIV nach Studiendaten völlig ahnungslos gewesen, so das ECDC.

Die Behörde empfiehlt, dass allen Gefängnis-Insassen Tests auf blutübertragene Viren angeboten werden. Solche aktiven Angebote sowie die Information von Freunden und Angehörigen erhöhten die Testwahrscheinlichkeit und seien auch allgemein der Prävention von Krankheiten zuträglich.

„In Europa ist hier eine engere Zusammenarbeit mit Risikogruppen notwendig“, betont ECDC-Direktorin Dr. Andrea Ammon in der Mitteilung. (eis)

Mehr Infos zur „European Testing Week“ unter www.testingweek.eu

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Doping nicht nur im Spitzensport

Bei Doping denken viele an gefallene Stars. Aber der Sport ist ein Abbild der Gesellschaft. Auch viele Breitensportler greifen zu unerlaubten Mitteln. mehr »

Warten auf den Arzt

Wie lange die Wartezeit in einer Arztpraxis beträgt, hängt nicht nur mit dem Fachgebiet des Arztes zusammen, sondern auch mit der Versicherung und dem Standort, so eine Patientenbefragung. Wer wartet wo wie lange? mehr »

Vorstufe für Bundespflegekammer

Die Pflegekräfte wollen mehr Einfluss – nun haben sie die Vorstufe für eine Bundespflegekammer gegründet. Sie wollen damit ihre Position gegenüber Ärzten stärken. mehr »