Ärzte Zeitung online, 12.10.2015

Ebola-Impfung

Studie in Sierra Leone gestartet

Sicherheit und Immunogenität eines ImpfstoffRegimes werden in einem unmittelbar von Ebola betroffenen Land getestet.

NEW BRUNSWICK / NEUSS. Für den Ebola-Impfstoff, der derzeit bei Janssen in der Entwicklung ist, konnte eine klinische Studie in Sierra Leone beginnen. Das hat das Unternehmen mitgeteilt. Damit werden Sicherheit und Immunogenität dieses Impfstoff-Regimes erstmals in einem unmittelbar von Ebola betroffenen Land getestet.

Die Studie sei Teil des beschleunigten Impfstoff-Entwicklungsprogramms von Janssen und werde parallel zu weiteren Studien in Europa, den USA und Afrika durchgeführt, heißt es in der Mitteilung. Derzeit läuft die Rekrutierung der Freiwilligen, erste Probanden haben nach Angaben des Unternehmens ihre initiale Dosis erhalten.

Die EBOVAC-Salone-Studie findet in Kambia statt, einer Region Sierra Leones, aus der das Land in jüngster Vergangenheit Ebola-Fälle gemeldet hat. Das getestete Regime besteht, so das Unternehmen, aus einer Kombination von zwei Impfstoff-Komponenten basierend auf der AdVac® Technologie von Janssen und der MVA-BN® Technologie des dänischen Biotechnologieunternehmens Bavarian Nordic.

Erst Prime-Impfstoff, dann Booster

Freiwillige erhalten zunächst den AdVac-Prime-Impfstoff und nach zwei Monaten den Booster (MVA-BN), der die Immunantwort verstärken soll.

Neben der EBOVAC-Salone-Studie sind der Mitteilung zufolge mehrere Phase-I- und Phase-II-Studien in USA, Europa und Afrika im Gange. Im Januar 2015 starteten erste Studien des Prime-Boost-Impfstoffregime an Menschen in Großbritannien und den USA, gefolgt von unterschiedlichen Standorten in Afrika.

Im Mai 2015 konnte Janssens Mutterkonzern Johnson&Johnson der US-amerikanischen Food-and-Drug-Administration (FDA) vielversprechende vorläufige Daten aus Großbritannien vorlegen. Kurz darauf initiierte das Unternehmen Phase-II-Studien in Frankreich und Großbritannien.

Diese Studien werden von Inserm koordiniert, einem von mehreren Partnern, die das Impfstoff-Programm gemeinsam vorantreiben. Im Oktober 2014 hatte Johnson&Johnson angekündigt, sein Engagement zur Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes auszuweiten. Seitdem hat Janssen im engen Schulterschluss mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen und mit Funding aus Europa und den USA mehrere Studien auf den Weg gebracht.

Zusätzlich haben Janssen und Bavarian Nordic in kurzer Zeit die Produktion des Impfstoff-Regimes auf mehr als 800.000 Dosen ausgeweitet. Bei Bedarf könnten die Kapazitäten erhöht und bis zu zwei Millionen Dosen produziert werden, so das Unternehmen Janssen. (eb)

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