Ärzte Zeitung, 10.12.2007

Impfung erspart schwere Brechdurchfälle

Schutz vor Rotavirus-Gastroenteritis / Nach Impfung 96 Prozent weniger Klinikeinweisungen wegen Diarrhöe

DRESDEN (grue). Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa eine halbe Million Kinder an einer Rotavirus-Gastroenteritis. Mit einer Impfung von Säuglingen lässt sich das verhindern.

Rotaviren (RV) sind die häufigste Ursache von akuten Gastroenteritiden bei Kleinkindern. Sie werden durch fäkal-orale Schmierinfektionen oder kontaminierte Nahrung übertragen.

Die Gastroenteritis verläuft um so schwerer, je jünger die Kinder sind. Das belegt eine deutsche epidemiologische Studie bei Kindern unter zwei Jahren. Bei positivem RV-Nachweis waren die Kinder schwerer erkrankt und hatten eine längere Diarrhöe-Phase als Kinder mit nicht durch RV ausgelösten Infektionen, sagte Professor Christel Hülße, Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) bei einer Veranstaltung von Sanofi Pasteur MSD. Die Impfexpertin wünscht sich, dass ihre STIKO-Kollegen bald eine Empfehlung zur Rotavirus-Impfung aussprechen.

Für die Schluckimpfung steht außer einem monovalenten Impfstoff auch ein pentavalenter gebrauchsfertiger Schluckimpfstoff (RotaTeq®) zur Verfügung. Er schützt gegen die in Europa vorherrschenden RV-Serotcpen G1, G2, G3, G4 und G9 (P8). Die vollständige Impfung umfasst drei Dosen im Abstand von mindestens vier Wochen und sollte bis zum Alter von 26 Wochen beendet sein. Durch vollständige Impfung kann das Risiko für schwer verlaufende akute RV-Gastroenteritiden um 98 Prozent, das für RV-bedingte Krankenhauseinweisungen um 96 Prozent und für Notfallambulanzbesuche um 94 Prozent verringert werden, wie die Ergebnisse der kontrollieren REST (Rotavirus Efficacy and Safety Trial)-Studie zeigen.

Die gut verträgliche flüssige RV-Schluckimpfung ist zeitgleich anwendbar mit den für das erste Lebensjahr empfohlenen Impfstoffen einschließlich den pentavalenten und hexavalenten Vakzinen für Säuglinge. In Studien mit über 130 000 Geimpften sind keine vermehrten intestinalen Invaginationen aufgetreten.

Mehr Infos zu "Rotavirus-Gastroenteritis": www.aerztezeitung.de im Feld Suchen

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