Ärzte Zeitung, 14.09.2012

Malaria

Auf dem Weg zum Impfstoff

An Malaria sterben vor allem Kinder. Forschungen für eine wirksame Impfung laufen auf Hochtouren.

Von Benjamin Rempe und Privatdozent Tomas Jelinek

Auf dem Weg zu einem Malaria-Impfstoff

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass eine Immunität gegen Malaria erworben werden kann. Allerdings müssen Menschen dafür mehrere Malariainfektionen überleben. Doch besonders das unreife Immunsystem von Kindern ist nicht in der Lage, sich gegen den Erreger zu wehren.

Hinzu kommt, dass die Abwehrmechanismen schwinden, sobald Menschen dem Malariaerreger nicht mehr dauerhaft ausgesetzt sind. In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass bei einer Malariainfektion die Entwicklung eines auf B-Lymphozyten basierenden Immunologischen Gedächtnisses verhindert wird.

Um einen Totimpfstoff zu entwickeln, müssen Wissenschaftler zunächst ein spezifisches Antigen finden, welches für eine ausreichende humane Immunantwort sorgt.

Von den fünf bekannten Parasiten, die eine Malaria beim Menschen auslösen können, ist Plasmodium falciparum für die meisten tödlichen Verläufe verantwortlich.

Während der Entwicklung durchläuft dieser durch Mücken übertragene Einzeller in der Leber des Menschen ein Stadium, bei dem ein als CS-P bezeichnetes Protein exprimiert wird.

Dieses Oberflächenantigen bildet die Grundlage für die Entwicklung eines Spaltvakzins namens RTS,S.

Erfolgsquote noch gering

In Kombination mit potenten Adjuvantien konnte in einer randomisierten Doppelblindstudie vorläufig eine Protektionsrate von 56 Prozent gezeigt werden (Vaccine 2012; 30: 5191-5198).

Resultate einer klinischen Phase-III-Studie von GlaxoSmithKline werden im Dezember 2013 erwartet.

Auch wenn diese Ergebnisse ermutigend sind, so ist die Erfolgsquote noch weit von der aktueller Impfstoffe gegen andere Erkrankungen entfernt. Daher wird weiter an Vakzinmodellen mit Virusvektoren geforscht.

Grundsätzlich soll auch hier das CS-P für die Immunantwort sorgen. Nur wird es in diesem Fall nicht direkt als Proteinkomplex verabreicht, sondern ist im Genom eines Virus codiert.

Hierfür wird ein Teil der viralen DNA, welche für die Replikation zuständig ist, entfernt und durch einen Abschnitt ersetzt, der das CS-P codiert. Humane Serotypen der Adenovieren (Ad5) zählen hier zu den vielversprechendsten Kandidaten.

In ersten Studien konnte eine zum RTS,S vergleichbare Immunantwort erreicht werden, ohne dass weitere Adjuvantien nötig waren. Die viralen Systeme könnten neben den Malaria-Antigenen auch weitere Immunmodulatoren exprimieren, um so das Protektionspotential zu steigern.

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