Ärzte Zeitung online, 07.12.2017
 

Robert Koch-Institut

Mehr Atemwegsinfekte, aber bisher wenig Influenza

Die Aktivität von Atemwegserregern ist in der letzten Woche leicht gestiegen. Grippe ist aber weiter selten.

BERLIN. Die Zahl der Atemwegsinfektionen lag in der Woche bis zum 3. Dezember (48. KW) im für die Jahreszeit normalen Bereich, berichtet die AG Influenza am Robert Koch-Institut (RKI). Bei Betroffenen wurden zudem nur vereinzelt Influenza-Viren nachgewiesen.

Vergangene Woche fanden sich in etwa jeder dritten von bundesweit 128 Stichproben Atemwegserreger. Die meisten davon waren Rhinoviren. Insgesamt wurden seit Oktober (40. KW) 418 laborbestätigte Influenza-Fälle an das RKI gemeldet. Jeder dritte Betroffene musste stationär behandelt werden. Auch drei Todesfälle wurden registriert.

Auch die europäischen Nachbarländer berichten über eine bisher geringe Grippe-Aktivität. Daten des TESSy (The European Surveillance System) geben dabei Hinweise auf die zirkulierenden Virusstämme: Von den bisherigen Typisierungen waren 50 Prozent Influenza-A-Viren und 50 Prozent Influenza-B-Viren. Von den 33 Influenza B-Viren, bei denen die Linie bestimmt wurde, handelte es sich bei 31 um die Yamagata-Linie. Diese ist nicht im aktuellen trivalenten Impfstoff enthalten. Dies könnte ein Grund für einen viervalenten Impfstoff sein. Die Ständige Impfkommission (STIKO) will solche Vakzinen ab dem Winter 2018/19 zum Standard machen. (eis)

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