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Entwarnung

Neuartiges Coronavirus nicht sonderlich gefährlich

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ULM. Von dem Coronavirus, das jetzt in München zum Tod eines Menschen geführt hat, geht nach Einschätzung der Gesellschaft für Virologie (GfV) keine unmittelbare Gefahrfür die Allgemeinbevölkerung aus.

Eine Epidemie wie 2002/2003 durch das verwandte SARS-Virus sei nicht zwingend zu befürchten, teilt die Fachgesellschaft mit.

Der Patient aus Abu Dhabi, der am 26. März in einer Klinik in Schwabing starb, sei seit April 2012 der elfte Mensch gewesen, der an den Folgen einer Lungenentzündung mit dem Betacoronavirus 2c EMC/2012 gestorben sei. Die Zahl der Erkrankungen wird mit 17 angegeben.

"Hieraus lässt sich jedoch nicht zwingend ableiten, dass es sich bei dem Erreger um ein besonders tödliches Virus handelt", werden der Präsident der Gesellschaft für Virologie Professor Thomas Mertens und der Coronavirusspezialist Professor Christian Drosten in der Mitteilung zitiert.

Wie bei anderen neu auftretenden Infektionen könne davon ausgegangen werden, dass die bekannt gewordenen Erkrankungen nur die Spitze eines Eisbergs sind, heißt es in der Mitteilung der GfV.

"Wir vermuten jedoch, dass die Mehrheit der Infektionen mild verläuft und deshalb nicht erkannt wird", sagt Drosten, der am Universitätsklinikum Bonn das Institut für Virologie leitet.

Enger Kontakt für Ansteckung notwendig

Beide verweisen in diesem Zusammenhang auf einen weiteren Patienten, der im vergangenen Jahr ohne Kenntnis der Diagnose in Essen behandelt wurde und dort keine anderen Menschen angesteckt hat.

Die Einschätzung der Experten gründet sich auf die Übertragungswege des Virus, das bevorzugt die tieferen Abschnitte des Atemtrakts befällt.

"Für eine Ansteckung ist deshalb ein enger Kontakt notwendig", sagen die Fachleute. Dies erkläre, warum die ganz wenigen bekannt gewordenen Übertragungen von Mensch zu Mensch nur unter engen Familienmitgliedern erfolgten.

Optimistisch stimmt die GfV-Experten auch, dass das menschliche Interferon-System das neuartige Coronavirus effektiver bekämpft als das verwandte SARS-Coronavirus. Interferone sind Eiweiße, die von infizierten Zellen zur Virusabwehr gebildet werden.

Zur Diagnose der Erkrankung gibt es laut Mertens inzwischen zuverlässige Tests, an deren Entwicklung deutsche Universitätsinstitute für Virologie federführend beteiligt waren. (eb)

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