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Kohortenstudie

Nach Pneumonie mehr Herzversagen

Nach ambulant erworbener Pneumonie (CAP) besteht vor allem innerhalb des ersten Jahres über alle Altersgruppen hinweg ein erhöhtes Risiko für Herzversagen. Das haben kanadische Forscher herausgefunden.

Veröffentlicht:

ALBERTA. Etwa ein Viertel der Patienten entwickelt laut Literatur nach einer CAP eine chronische Herzinsuffizienz. Aber sind wirklich alle CAP-Patienten gefährdet? Die bisherige Studienlandschaft hatte den Fokus stark auf alte und hospitalisierte Patienten gelegt, mit einem maximalen Follow-up von 30 Tagen. Forscher um Dean Eurich von der Universität Alberta in Kanada haben nun eine genauere Analyse unternommen (BMJ 2017; online 13. Februar).

In der groß angelegten Kohortenstudie wurden 4988 CAP-Patienten zehn Jahre auf das Auftreten einer Herzinsuffizienz (ICD-9-CM 428.x und ICD-10-CM 150) nachbeobachtet. Eingeschlossen waren Patienten ab einem Alter von 17 Jahren (Durchschnittsalter 55 Jahre), davon 63 Prozent mit ambulanter Behandlung. Jedem Patienten wurden bis zu fünf Kontrollpersonen ohne CAP mit gleichem Alter und Geschlecht gegenübergestellt.

Insgesamt trat bei 11,9 Prozent der CAP-Patienten und bei 7,4 Prozent der Kontrollpersonen eine Herzinsuffizienz auf. Damit war das Risiko, nach CAP eine Herzschwäche zu entwickeln, um 61 Prozent erhöht.

Die Risikozunahme war dabei bereits innerhalb von einem Jahr und sogar schon nach 90 Tagen zu erkennen (+86 bzw. +52 Prozent).

Der höchste relative Risikozuwachs zeigte sich unterhalb von 65 Jahren, das Risiko war nahezu doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe. Bei den betagteren Patienten stieg das Risiko um 55 Prozent. Ein Trend, der bei hospitalisierten wie ambulanten Patienten zu erkennen war. Jedoch hatten gerade junge hospitalisierte Erwachsene ein dreifach höheres Risiko für Herzversagen.

Dass die Pneumonie wirklich ein entscheidender Trigger und nicht nur ein Marker für ein erhöhtes Herzinsuffizienzrisiko ist, kann die Studie nicht zeigen. Zwei wichtige Erkenntnisse lassen sich aber festhalten: Herzversagen tritt nicht nur bei alten, hospitalisierten CAP-Patienten auf und das Risiko ist gerade im ersten Jahr sehr hoch.

Patienten und ihre Angehörigen sollten daher sensibilisiert werden und Ärzte Kontrolluntersuchungen einplanen. Wichtig ist auch die Aufklärung, dass Episoden von Kurzatmigkeit nach CAP auf den Beginn einer Herzinsuffizienz hinweisen können. (vag)

61%

höher war das Risiko für eine Herzschwäche bei Patienten mit CAP im Vergleich mit Kontrollpersonen ohne CAP.

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