Ärzte Zeitung online, 30.10.2018

Hohe Trefferquote

Hunde erschnüffeln Malaria-Infizierte

Fußgeruch mit positivem Effekt: In einer Studie konnten Spürhunde Kinder, die sich mit Malaria infiziert haben, am Geruch der Socken erkennen.

Hunde erschnüffeln Malaria-Infizierte

Die Spürnase eines Hundes: Die Trefferquote der Hunde lag bei erstaunlichen 70 Prozent.

© Aleksei / stock.adobe.com (Symbolbild)

DURHAM. Hunde mit ihren sensiblen Nasen können darauf trainiert werden, Malaria-Infizierte an ihrem Geruch zu erkennen. Das berichten Wissenschaftler der University Durham.

Die Ergebnisse hat das Team um Professor Steve Lindsay nun beim Jahreskongress der American Society of Tropical Medicine and Hygiene vorgestellt.

Für ihre Studie ließen die Forscher Hunde an insgesamt 175 Sockenpaaren schnüffeln. Die Proben stammten von Kindern zwischen 5 und 14 Jahren aus Gambia, die die Socken über Nacht getragen hatten. 30 der Kinder waren nachweislich mit dem Malaria-Erreger Plasmodium falciparum infiziert.

Die Trefferquote der Hunde war erstaunlich: 70 Prozent der Proben von infizierten Kindern wurden von den Tieren korrekt identifiziert, berichtet die Universität. Auch hätten die Hunde 90 Prozent der gesunden Kinder korrekt erkannt.

Noch besser: Infizierte am Körpergeruch zu erkennen

Um die Verbreitung von Malaria zu stoppen, ist es wichtig, infizierte Personen ohne Krankheitssymptome zu erkennen und zu behandeln, bevor sich weitere Personen infizieren können.

„Ein Ziel könnte sein, solche Hunde beispielsweise an Flughäfen einzusetzen, ähnlich wie Drogenhunde“, wird Lindsay in der Mitteilung der Universität zitiert.

Allerdings müssten die Spürhunde darauf trainiert werden, Infizierte nicht nur am Geruch ihrer Socken, sondern direkt an ihrem Körpergeruch zu erkennen.

Dann allerdings stellten sie eine einfache und schnelle Option dar, Infizierte zu erkennen – ganz ohne Bluttest, Labor und dem benötigten medizinischen Fachpersonal. (bae)

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[31.10.2018, 09:42:09]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mit Verlaub, das ist Unfug!
"Die Trefferquote der Hunde war erstaunlich: 70 Prozent der Proben von infizierten Kindern wurden von den Tieren korrekt identifiziert, berichtet die Universität. Auch hätten die Hunde 90 Prozent der gesunden Kinder korrekt erkannt." (Zitat Ende)

Das bedeutet nichts anderes als
- 30 Prozent falsch negative Ergebnisse bei einer Trefferquote von 70% Malaria positiven und
- 10 Prozent falsch positive Ergebnisse bei einer Trefferquote von 90% der Malaria negativen Kindersocken.

Absoluter Quark ist die Aussage: "Um die Verbreitung von Malaria zu stoppen, ist es wichtig, infizierte Personen ohne Krankheitssymptome zu erkennen und zu behandeln, bevor sich weitere Personen infizieren können."

Allgemeinwissen sollte sein, dass die verschiedenen Malaria-Formen (tropica, quartana...) durch den Stich des Anopheles-Weibchen und nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.
"Malaria...ist eine Infektionskrankheit, die von einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufen wird. Sie wird heutzutage hauptsächlich in den Tropen und Subtropen durch den Stich einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles übertragen. Außerhalb dieser Gebiete lösen gelegentlich durch den Luftverkehr eingeschleppte Moskitos die sogenannte „Flughafen-Malaria“ aus." Zitat Ende) https://de.wikipedia.org/wiki/Malaria

Eine akute Malaria "ohne Krankheitssymptome" gibt es nicht.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »

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