Ärzte Zeitung, 28.10.2009

Internet-Forum

Bei Impfschäden gibt es Geld vom Staat

Ein Leser fragt:Wer trägt die Verantwortung, wenn es bei den Impfungen gegen Schweinegrippe zu Komplikationen kommt?

Dr. Jan Leidel: Unter der Voraussetzung, dass die Impfung ordnungsgemäß durchgeführt wurde (korrekte Indikationsstellung, ausreichende Aufklärung, fachgerechte Impfung) verhält es sich wie bei anderen Impfstoffen auch. Es gibt eine Produkthaftung des Herstellers, die sich allerdings nur auf die korrekte Herstellung und Konfektionierung erstreckt.

Ansonsten ist die geimpfte Person durch die "öffentliche Empfehlung" nach Paragraf 20 Absatz 3 in einer Weise abgesichert, wie dies nur bei Impfungen, nicht aber bei Arzneimitteln und Komplikationen von Eingriffen der Fall ist. Wer durch eine öffentlich empfohlene Impfung eine Gesundheitsschädigung erleidet, die über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgeht, erhält Entschädigung aus öffentlichen Mitteln.

Bei Fehlern in der Durchführung der Impfung haftet je nachdem die private Berufshaftpflicht des impfenden Arztes oder - bei Ärzten im öffentlichen Dienst - der Staat beziehungsweise bei Krankenhausärzten unter Umständen der Krankenhausträger.

Dr. Jan Leidel ist Mitglied der ständigen Impfkommission (STIKO).

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »