Ärzte Zeitung, 09.11.2009

Schweinegrippe:
Experte
fordert rasche Impfung von Kindern

Schweinegrippe: Experte fordert rasche Impfung von Kindern

MAINZ (di/mut). STIKO-Mitglied Professor Fred Zepp fordert eine rasche Impfung von Kindern ab sechs Monaten. Bei Kindern breiten sich H1N1-Infektionen nicht nur schneller aus als bei Erwachsenen, bei ihnen und bei jungen Erwachsenen treten auch die schwersten Verläufe auf, sagte Zepp in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Daten aus Spanien zeigten, dass eine Impfung bei Kindern im Alter von 6 bis 36 Monaten ähnlich gut verträglich wird wie bei älteren Kindern, so Zepp.

Da die H1N1-Vakzine erst bei Kindern ab sechs Monaten zugelassen ist, sollten sich bei jüngeren Kindern Eltern und Angehörige impfen lassen um, die Kinder zu schützen.

Auf die hohe H1N1-Inzidenz bei Kindern haben Ärzte in Hamburg bereits reagiert. Dort ist jeder zweite Infizierte ein Kind oder Jugendlicher. Wegen der hohen Nachfrage nach Impfungen für Kinder haben Gesundheitsbehörde und KV sechs weitere Praxen ausgewählt, die ausschließlich Kinder impfen. Für die Impfungen stehen in Hamburg neben dem öffentlichen Gesundheitsdienst 15 Schwerpunktpraxen zur Verfügung. 

Die Gesundheitsbehörde hat wegen des hohen Anteils erkrankter Kinder und Jugendlicher darauf hingewiesen, dass Erkrankte nicht in die Schule gehen sollten. Einen Grund für Schulschließungen oder für das Fernbleiben nicht erkrankte Schüler vom Unterricht gibt es derzeit aber nicht in der Hansestadt. Ganze Klassen sollen nur in Einzelfällen vom Schulbesuch frei gestellt werden. Die Entscheidung hierüber fällt das zuständige Gesundheitsamt in Abstimmung mit der Schulleitung bzw. der Bildungsbehörde. Zugleich appellierte sie die Gesundheitsbehörde an Personen, die einer Risikogruppe angehören, sich impfen zu lassen. 

In Schleswig-Holstein sind alle Arztpraxen, die sonst auch impfen, eingebunden. Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg lobte die rasche Umsetzung durch die Ärzte und ließ sich ebenfalls impfen. Nach Beobachtung des Hausärzteverbands wird das Angebot nach einem verhaltenen Start gut angenommen.

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