Direkt zum Inhaltsbereich

Schnellimmunisierung

Guter FSME-Schutz nach zwei Wochen

Mit einer Schnellimmunisierung gegen FSME besteht bereits nach zwei Wochen bei rund 90 Prozent der Erwachsenen eine ausreichende Immunität.

Von Roland Fath Veröffentlicht:

Hamburg. 2017 war mit 476 gemeldeten FSME-Fällen in Deutschland ein "Zeckenjahr". Möglicherweise trägt auch der Klimawandel zur Ausbreitung von Zecken und dem Anstieg des FSME-Risikos bei. Österreichische Experten empfehlen höhere Durchimpfungsquoten gegen FSME zumindest in Risikogebieten auch in Deutschland. Um das Risiko eines Zeckenstiches und des Erkrankungsrisikos abzuschätzen, wurde vor Kurzem für Deutschland die erste Zeckendichtekarte erstellt. Je nach Waldgebiet variierten die Zahlen der häufigsten Art, Ixodes ricinus (Holzbock), im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2014 von <20 bis zu rund 500 pro 100 m2.

Ein Prozent der Zecken Virusträger

Die Verbreitung von Zecken hängt von der Höhe, der geografischen Breite und vor allem auch von den klimatischen Bedingungen in den letzten zwei Wintern ab, erklärte Professor Franz Rubel vom Institut für Öffentliches Veterinärwesen in Wien bei einer vom Unternehmen Pfizer Deutschland unterstützten Veranstaltung. Das FSME-Risiko steige aber nicht zwangsläufig mit der Zeckendichte. Im Schnitt sei etwa jede hundertste Zecke Träger von FSME-Viren. Bei Menschen könne die Infektion sehr individuell verlaufen, viele bleiben asymptomatisch, manche bekommen Symptome ähnlich einer Sommergrippe, in seltenen Fällen kommt es zur Meningitis. Das Risiko für schwere neurologische Verläufe nimmt dabei mit dem Alter der Infizierten zu. In Österreich, wo es eine allgemeine FSME-Impfempfehlung gibt, liege die Durchimpfungsrate inzwischen bei 85 Prozent. Die Zahl der jährlichen FSME-Fälle sei von früher 600 auf jetzt 60 zurückgegangen, berichtete Rubel. Ähnliche Durchimpfungsquoten seien auch in deutschen Risikogebieten empfehlenswert. In Bayern und Baden-Württemberg würden die Impfraten aber nur auf 15 bis 30 Prozent geschätzt .

Zu beachten: "Etwa die Hälfte aller FSME-Erkrankungen in Deutschland sind auf Binnentourismus zurückzuführen", sagte Professor Martin Haditsch vom TravelMedCenter Leonding in Österreich. Eine FSME-Impfung kann also auch bei kurzen Reisen in Risikogebiete sinnvoll sein, wenn man sich draußen aufhält.

Muss es schnell gehen, kann anstelle der regulären Grundimmunisierung mit drei Impfungen (etwa mit FSME-IMMUN, Monat 0, 1-3 Monate später sowie nach 5-12 Monaten), auch eine Schnellimmunisierung mit den ersten zwei Impfdosen im Abstand von 14 Tagen erfolgen. Bereits zwei Wochen später zeigen rund 90 Prozent der Erwachsenen eine ausreichende Immunität.

Mehr zum Thema

Kommentar zu Folgen nach Borrelien-Infektion

Verworren verwirrende Krankheitsbilder

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kürzer ist oft besser

Wann ein Antibiotikum früher abgesetzt werden kann

Wohlbefinden stärken

Wie sich psychische Erkrankungen im Praxisteam vorbeugen lassen

Virushepatitis im Urlaub

Hepatitis auf Reisen: Wie schützen und wen?

Lesetipps
Frau mit Restless-Legs-Syndrom liegt im Bett und wackelt mit den Beinen.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Achtung vor RLS-Mimics

Restless-Legs-Syndrom: Mit 5 Kriterien zur Diagnose

Einzelne Bilder von Lebensmitteln die reich an Histamin sind.

© PhotoSG / stock.adobe.com

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen