Ärzte Zeitung online, 19.04.2018

Schnellimmunisierung

Guter FSME-Schutz nach zwei Wochen

Mit einer Schnellimmunisierung gegen FSME besteht bereits nach zwei Wochen bei rund 90 Prozent der Erwachsenen eine ausreichende Immunität.

Von Roland Fath

Hamburg. 2017 war mit 476 gemeldeten FSME-Fällen in Deutschland ein "Zeckenjahr". Möglicherweise trägt auch der Klimawandel zur Ausbreitung von Zecken und dem Anstieg des FSME-Risikos bei. Österreichische Experten empfehlen höhere Durchimpfungsquoten gegen FSME zumindest in Risikogebieten auch in Deutschland. Um das Risiko eines Zeckenstiches und des Erkrankungsrisikos abzuschätzen, wurde vor Kurzem für Deutschland die erste Zeckendichtekarte erstellt. Je nach Waldgebiet variierten die Zahlen der häufigsten Art, Ixodes ricinus (Holzbock), im Untersuchungszeitraum 2006 bis 2014 von <20 bis zu rund 500 pro 100 m2.

Ein Prozent der Zecken Virusträger

Die Verbreitung von Zecken hängt von der Höhe, der geografischen Breite und vor allem auch von den klimatischen Bedingungen in den letzten zwei Wintern ab, erklärte Professor Franz Rubel vom Institut für Öffentliches Veterinärwesen in Wien bei einer vom Unternehmen Pfizer Deutschland unterstützten Veranstaltung. Das FSME-Risiko steige aber nicht zwangsläufig mit der Zeckendichte. Im Schnitt sei etwa jede hundertste Zecke Träger von FSME-Viren. Bei Menschen könne die Infektion sehr individuell verlaufen, viele bleiben asymptomatisch, manche bekommen Symptome ähnlich einer Sommergrippe, in seltenen Fällen kommt es zur Meningitis. Das Risiko für schwere neurologische Verläufe nimmt dabei mit dem Alter der Infizierten zu. In Österreich, wo es eine allgemeine FSME-Impfempfehlung gibt, liege die Durchimpfungsrate inzwischen bei 85 Prozent. Die Zahl der jährlichen FSME-Fälle sei von früher 600 auf jetzt 60 zurückgegangen, berichtete Rubel. Ähnliche Durchimpfungsquoten seien auch in deutschen Risikogebieten empfehlenswert. In Bayern und Baden-Württemberg würden die Impfraten aber nur auf 15 bis 30 Prozent geschätzt .

Zu beachten: "Etwa die Hälfte aller FSME-Erkrankungen in Deutschland sind auf Binnentourismus zurückzuführen", sagte Professor Martin Haditsch vom TravelMedCenter Leonding in Österreich. Eine FSME-Impfung kann also auch bei kurzen Reisen in Risikogebiete sinnvoll sein, wenn man sich draußen aufhält.

Muss es schnell gehen, kann anstelle der regulären Grundimmunisierung mit drei Impfungen (etwa mit FSME-IMMUN, Monat 0, 1-3 Monate später sowie nach 5-12 Monaten), auch eine Schnellimmunisierung mit den ersten zwei Impfdosen im Abstand von 14 Tagen erfolgen. Bereits zwei Wochen später zeigen rund 90 Prozent der Erwachsenen eine ausreichende Immunität.

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