Projekt HARMONIC

Welche Spätfolgen hat Strahlenbelastung bei Kindern?

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ESSEN. Das neue europäische Projekt namens „HARMONIC“ widmet sich unter anderem den Spätfolgen der Strahlenbelastung bei Kindern.

An „HARMONIC“ beteiligen sich 24 Partner aus 13 Ländern. Einziger klinischer Partner in Deutschland seien Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikums Essen, teilt die UDE mit.

Die Arbeitspakete der Universitätsmedizin Essen sowie des Westdeutschen Protonentherapiezentrums Essen (WPE) umfassten insbesondere die Bereiche Radiotherapie und Dosimetrie.

„Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Strahlentherapie ist ohne Frage sinnvoll“, wird Professor Beate Timmermann zitiert. Timmermann ist Direktorin der Klinik für Partikeltherapie am WPE und Co-Leiterin des HARMONIC-Arbeitspaketes zu „Radiotherapie“.

Die Klinik für Partikeltherapie als eines der größten europäischen Zentren für pädiatrische Radioonkologie leiste einen elementaren Beitrag zum geplanten Aufbau eines pan-europäischen Registers im Rahmen des Projektes, heißt es in der Mitteilung des UDE. Anhand einer einzig großen Kohorte sollen die langfristigen Auswirkungen der Strahlenbelastung bei Kindern analysiert werden.

Mit neuen Erkenntnissen könne das Risiko für mögliche Folgeschäden, zum Beispiel hinsichtlich der endokrinologischen Folgen und der Entstehung von Zweittumoren, besser eingeschätzt werden, erläutert das UDE in seiner Mitteilung.

Außerdem plane die interdisziplinär besetzte Forschergruppe, im Arbeitspaket zur Dosimetrie die Strahlenbelastung des gesamten Körpers und an relevanten Risikoorganen zu rekonstruieren, um das Risiko für die Entstehung von Zweittumoren nach Radiotherapie zu untersuchen. Nicht zuletzt könne mit den gewonnenen Daten auch die Strahlentherapie für die jungen Patienten im Rahmen der onkologischen Behandlung optimiert werden.

Das Projekt „HARMONIC“ untersuche in weiteren Arbeitsgruppen anderer Projektpartner außerdem den Einfluss ionisierender Strahlung bei pädiatrischen Patienten nach interventionellen kardiologischen Eingriffen, sowie Biomarker für die Auswahl optimaler Diagnostik und Therapie.

Das Projekt wurde aus Mitteln des Euratom-Forschungs- und Ausbildungsprogramms 2014-2018 (Finanzhilfevereinbarung Nr. 847707) finanziert, wie das UDE mitteilt. Das Projekt werde somit im Zuge von Horizon 2020 der Europäischen Kommission mit insgesamt knapp sieben Millionen Euro gefördert. Davon entfielen insgesamt rund 1,3 Millionen Euro auf die Universitätsmedizin Essen.

„HARMONIC“ –kurz für Health effects of cArdiac fluoRoscopy and mOdern radIotherapy in paediatriCs – startete im Juni 2019 und hat eine Projektlaufzeit von fünf Jahren. (eb)

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