Ärzte Zeitung, 13.12.2005

Mit Analogon des Thalidomids gegen Myelom

ATLANTA (ple). Das neue Krebsmedikament Lenalidomid, das auf der Basis von Thalidomid entwickelt worden ist, hat in mehreren Studien hoffnungsvolle Ergebnisse bei Patienten mit hämatologischen Erkrankungen gebracht.

Wie jetzt bei der Jahrestagung ASH (American Society of Hematology) in Atlanta im US-Staat Georgia berichtet wurde, profitieren Patienten mit Multiplem Myelom (MM), myelodysplastischem Syndrom (MDS) oder chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) von einer Behandlung mit dem Thalidomid-Analogon.

So hielt in einer Phase-3-Studie mit Dexamethason plus Placebo in der Vergleichsgruppe die Remission bei Myelom-Patienten mit der Kombi-Therapie Lenalidomid plus Dexamethason mehr als ein Jahr an, in der Vergleichsgruppe jedoch nur ein halbes Jahr. Die Patienten hatten ein rezidiviertes oder therapierefraktäres Multiples Myelom.

In bisherigen Studien bei Patienten mit MDS verschwanden die klinschen Krankheitszeichen bei fast jedem zweiten Patienten, mehr als 65 Prozent der Patienten sprachen auf die Behandlung mit Lenalidomid an.

Und bei CLL-Patienten liegt die Gesamtansprechrate bei mehr als 92 Prozent. Bei fast 70 Prozent der Patienten wird ein komplettes oder partielles Ansprechen erreicht.

Wie das Unternehmen Celgene, der Hersteller des Thalidomid-Analogons Lenalidomid (Revlimid®), mitteilt, hat die EU-Zulassungsbehörde EMEA eine Prüfung seines Zulassungsantrages genehmigt. Beantragt wird die Zulassung bei Patienten mit MDS mit einer Deletion im langen Arm von Chromosom 5 (5q).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »