Ärzte Zeitung, 18.07.2008

Krebsrisiko nach Transplantation aufgeklärt

PHILADELPHIA (hub). Das Immunsuppressivum Ciclosporin verstärkt die Angiogenese, das erhöht das Krebsrisiko nach Transplantation.

Diesen Zusammenhang zwischen der nötigen Immunsuppression nach Transplantation und dem bekannten erhöhtem Krebsrisiko der Patienten haben US-Forscher ermittelt. (Cancer Research 68, 2008, 5689).

So nahm in Reagenzglasversuchen die Synthese des Wachstumsfaktors VEGF (vascular epithelial growth factor) durch Nierenkrebszellen zu, wurde Ciclosporin ins Kulturmedium gegeben. VEGF fördert die Gefäßneubildung. In einem zweiten Versuch erzeugten die Forscher bei Mäusen Tumoren, in dem sie den Tieren Krebszellen injizierten.

Hier beobachteten sie: Erhielten Mäuse Ciclosporin, wuchsen die Tumoren schneller als bei Mäusen ohne Ciclosporin. Bekamen die Mäuse zusätzlich zum Ciclosporin einen anti-VEGF-Antikörper, wurde das Tumorwachstum unterdrückt. Eine solche Therapie könne ein Ansatz sein, das Krebsrisiko nach Transplantation zu senken, so die Forscher. Bevacizumab (Avastin®) ist solcher gegen VEGF gerichteter Antikörper.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »