Ärzte Zeitung, 31.05.2012

Camouflage: Pilzerkrankung war ein Melanom

KONSTANZ (eb). Eine Onychomykose kann ein Melanom maskieren. Das zeigt die Krankengeschichte einer 68-jährigen Patientin, die ein Jahr lokal und systemisch wegen Pilzbefalls des linken Daumennagels behandelt wurde.

Trotzdem wurde die Nagelplatte zunehmend bis zur Hälfte zerstört, berichtet Professor Andreas Blum aus Konstanz (Der Hautarzt 2012; 63: 341-343).

Dermatoskopisch fanden sich im erhaltenen Nagelteil gelb-bräunliche Längsstreifen unterschiedlicher Breite, und es wurde die richtige Diagnose gestellt: akrolentiginöses Melanom mit Onychomykose und Onychodystrophie.

Diagnostische Hinweise auf einen Tumor seien unterschiedliche Farben und Breite der Längsrillen im erhaltenen Nagelteil, unterschiedliche Farben und Differenzialstrukturen im zerstörten Teil, keine Abheilung durch Antimykotika und weitere Zerstörung der Nagelplatte.

Zur Sicherung der Diagnose sei die rasche Exzision der gesamten Nagelmatrix mit randkontrollierter Histologie ratsam. Trotz positiver mykologischer Kultur kann bereits ein Melanom bestehen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

TSVG-Dialog mit offenem Ende

Jens Spahn (CDU) und Vertreter der Ärzteschaft haben beim mit Spannung erwarteten Dialog in Berlin die Klingen gekreuzt. Am Ende blieben Perspektiven für Kompromisse. mehr »

Suizidgefahr – Warnhinweis für die Pille

Die Pille und andere hormonelle Verhütungsmethoden sind in Deutschland weit verbreitet. Auf mögliche Folgen für die Psyche sollen Anwenderinnen künftig verstärkt hingewiesen werden. mehr »

Impfmuffel gefährden globale Gesundheit

Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der WHO zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. mehr »