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Keine "Konfektionsware" mehr

CT mit weniger Strahlenlast in Entwicklung

Forscher entwickeln einen Computertomografen, mit dem sich bestimmte Bereiche des Körpers besser und mit geringerer Strahlenbelastung darstellen lassen.

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MAGDEBURG. Medizintechniker der Universität Magdeburg entwickeln gemeinsam mit der metraTec GmbH und der Dornheim Medical Images GmbHunter dem Dach des Forschungscampus STIMULATE einen konfigurierbaren, schnittstellenoffenen und dosissparenden Computertomografen (CT), kurz KIDS-CT, teilt die Universität mit.

Im Vergleich zu herkömmlicher bildgebender Technik wird es dann möglich sein, den CT mit Hilfe von Apps mit anwendungsspezifischen Funktionen auszustatten und so nutzungsorientiert in Klinik und Forschung einzusetzen, heißt es in der Mitteilung.

 Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 4,5 Millionen Euro über die nächsten drei Jahre unterstützt. Bis Ende 2020 soll ein Prototyp entstehen.

Keine geschlossenen Systeme

"Konventionelle Computertomografen sind geschlossene Systeme, sozusagen Konfektionsware", wird Professor Georg Rose vom Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik und Sprecher des Forschungscampus STIMULATE in der Mitteilung zitiert.

 In ihrer Funktion und Anwendung seien sie nicht frei veränderbar, Anpassungen oder Softwareänderungen wären nicht möglich. Darüber hinaus können diese Geräte in der Regel nicht mit anderen Systemen, wie zum Beispiel Kameras, kommunizieren und deren Informationen einbeziehen.

"Wir wollen nun ein System entwickeln, das durch die Möglichkeit, es mit individuellen sowohl Software- als auch Hardware-Applikationen auszustatten, unterschiedlichen Anwendungen Rechnung trägt", so Rose. Bestimmte Bereiche des Körpers könnten somit besser und, vor allem, mit einer geringeren Strahlenbelastung dargestellt werden.

Wie Apps auf einem Smartphone sollen Nutzer ihre eigenen Anwendungsbereiche definieren und Erweiterungen laden können.

Ziel: besser unruhige Kinder behandeln

Ein Schwerpunkt bei spezifischen Anwendungen wird in der Untersuchung von Kindern liegen, so Rose. "Eine Kamera beobachtet das im CT unruhig liegende Kind und gibt die Information an das CT weiter, so dass die Bildstörungen aufgrund der Bewegung korrigiert werden können." Neben den klinischen Anwendungen sei dieser CT auch für die Forschung interessant.

Verschiedene Fragestellungen und Untersuchungen könnten mit einem Gerät stattfinden. "Statt einer vorgefassten Software erlauben es unterschiedliche Apps, verschiedene Funktionen abzurufen." Der Forschungscampus STIMULATE ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und über 25 Partnern, die vorwiegend aus dem Bereich der Medizintechnik kommen. Es handelt sich dabei unter anderem um mittelständische Firmen, Forschungsinstitute sowie überregionale Unternehmen. (eb)

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