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Universitätskliniken

Vernetzt im Kampf gegen Krebs

Ein neues Spitzenzentrum mehrerer Unikliniken soll die Versorgung von Krebspatienten in NRW verbessern. Neben gemeinsamen Behandlungsstandards soll auch die Forschung vorangetrieben werden.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Kliniknetze: Im Verbund für die Patienten.

Kliniknetze: Im Verbund für die Patienten.

© everythingpossible / Fotolia

KÖLN. In Nordrhein-Westfalen entsteht ein onkologischer Verbund der neuen Art: Die Universitätskliniken Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf schließen sich zu einem onkologischen Spitzenzentrum zusammen, einem Comprehensive Cancer Center.

Das „Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf (ABCD)“ wird für vier Jahre mit sechs Millionen Euro von der Deutschen Krebshilfe gefördert. Mit der Bündelung der Expertise aus den vier Standorten wollen die Beteiligten ein neues Versorgungsniveau erreichen.

„Es ist eine große Chance für die Patienten, dass sich die Universitätskliniken zusammenschließen, statt gegeneinander zu arbeiten“, sagte Professor Michael Hallek der „Ärzte Zeitung“. Hallek ist Direktor der Klinik für Innere Medizin I der Kölner Uniklinik und Direktor des CIO ABCD. Bei einer so hochkomplexen Krankheit wie Krebs ergebe eine Zusammenarbeit mehr Sinn als Wettbewerb, betont er.

Um die Patientenversorgung zu optimieren, wollen sich die Ärzte in den vier Kliniken regelmäßig austauschen, gemeinsam Behandlungsstandards erarbeiten und in interdisziplinären onkologischen Projekten zusammenarbeiten. Auch gemeinsame Tumorboards sind geplant. „Es gibt immer jemanden, der mehr über eine Erkrankung weiß als die anderen“, sagt Hallek.

Kein "Wissen auf Reisen"

Patienten können innerhalb des Spitzenzentrums mit seinen vielfältigen Angeboten überwiesen werden. Das ist nach seinen Angaben aber nicht das primäre Ziel. „Es geht darum, das Wissen auf Reisen zu schicken.“ Die vier Unikliniken kooperieren mit Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten in der Region, in der jedes Jahr 100.000 Menschen an Krebs erkranken. Das neue Netzwerk umfasst mehr als 200 Einrichtungen.

Die Patientenversorgung steht im Fokus des neuen Spitzenzentrums. Die Forschung soll ebenfalls von der Vernetzung profitieren, wobei die vier Standorte auch dabei ihre spezifischen Kompetenzen einbringen werden.

Um die onkologische Forschung zu intensivieren, haben die onkologischen Zentren der Unikliniken Köln und Essen vor Kurzem das Cancer Research Center Cologne Essen gegründet. Die Kooperation soll auf weitere Standorte ausgeweitet werden und auch auf das CIO ABCD ausstrahlen.

Krebshilfe begeistert

„Am Ende steht ein Netzwerk, das alle Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen in einer koordinierten Forschungs- und Versorgungsstruktur zusammenführt“, hofft Hallek. Eine Konstellation wie das CIO ABCD ist seines Wissens nach einzigartig in Europa.

Auch Gerd Nettekoven, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, spricht von einem „einmaligen Verbund“. Mit ihm wolle die Deutsche Krebshilfe ihre vor zehn Jahren auf den Weg gebrachte Initiative der Comprehensive Cancer Centers weiterentwickeln und zunächst in Nordrhein-Westfalen beispielhaft ein Modell schaffen, „das in Zukunft auch in anderen Regionen Deutschlands die Versorgungs- und Forschungslandschaft in der Onkologie nachhaltig prägen könnte“, sagt er.

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