Ärzte Zeitung, 02.12.2004

MALIGNES MELANOM

Typisch Melanom - asymmetrisch, unregelmäßig und wachsend

Die Inzidenz maligner Melanome nimmt stark zu. Derzeit wird im Mittel einer von 75 Menschen weltweit ein Melanom bekommen; vor vierzig Jahren war es einer von 600. Besonders gefährdet sind hellhäutige Menschen bei intensiver UV-Strahlung. Die Prognose ist bei früher Diagnose gut. Wie kann man die Früherkennung verbessern?

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Ganz wichtig ist die ABCD-Regel, die Professor Matthias Volkenandt von der LMU München in seinem Vortrag ausführlich erklärt: A steht für Asymmetrie. Die Flecken könnten nicht halbiert und kongruent deckend umgeklappt werden. B steht für Begrenzung: Sie ist unregelmäßig, zum Teil unscharf.

Color (C) ist ein weiteres wichtiges Kriterium: Maligne Melanome sind keineswegs einheitlich dunkelbraun oder schwarz. Vielmehr haben sie häufig mehrere Farbtöne, die unregelmäßig verteilt sind. Es kommen zum Beispiel rötliche Tupfen, bräunliche Flecken, aber auch hautfarbige Areale vor.

Mit D ist schließlich der Durchmesser gemeint. Eine Größenzunahme oder -veränderung sollten als Alarmzeichen gewertet werden. Die Auflicht-Mikroskopie ist zum Beispiel eine gute Methode, um Flecken anhand der ABCD-Regel zu beurteilen.

Da es bislang noch keine etablierten Chemotherapien bei malignen Melanomen gibt, ist es ganz wichtig, solche Tumoren schon im Frühstadium zu entdecken. Denn bei Fernmetastasen haben Patienten immer noch eine ganz schlechte Prognose.

Je flacher ein Melanom, desto günstiger die Prognose, betont Volke-nandt. Und da zeichnet sich ein guter Trend ab: Vor 1977 war bei jedem zweiten Patienten der Tumor bei der Diagnose mehr als 1,45 mm dick. Inzwischen hat jeder zweite eine Tumordicke unter 0,75 mm, wenn ein malignes Melanom diagnostiziert wird - ein deutlicher Fortschritt. Welchen Sicherheitsabstand muß man einhalten, wenn ein verdächtiger Nävus entfernt wird? Welche Melanomtypen gibt es? All das erfährt man in dem interessanten Vortrag.

Es gibt auch eindrucksvolle Bilder zu sehen. Etwa den Oberkörper eines Mannes, der am Strand einschlief, mit den Händen auf der Brust. Als er aufwachte, war er rot verbrannt, bis auf die Stellen, auf denen seinen Hände lagen. Die waren als weißer Negativabdruck auf der roten Haut sichtbar. Es gibt viele Bilder von benignen und malignen braunen Flecken, die das Auge für die Malignomkriterien schärfen. (gwa)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung Fortbildungspunkte gibt, finden Sie nach Anmeldung bei www.qaef-akademie.de unter "Online-Kurse" - "Dermatologie" - "Melanom".

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