Ärzte Zeitung online, 29.01.2019

Onkologie

Biomarker erleichtert Therapieplanung bei Merkelzell-Karzinom

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, mit dem sich die Therapie bei Merkelzell-Karzinom besser überwachen lässt.

DUISBURG / ESSEN. Das Merkelzell-Karzinom ist ein seltener, aber sehr aggressiver Hautkrebs, der durch ein Virus oder UV-Licht ausgelöst wird. Einen Biomarker, mit dem ohne Gewebeentnahme der Therapieerfolg und eventuelle Rückfälle überwacht werden können, haben nun Forscher des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) an der Medizinischen Fakultät der Uni Duisburg-Essen (UDE) und dem Uniklinikum Essen entdeckt.

Häufig werden Patienten mit Merkelzell-Karzinom mit sogenannten Immuncheckpoint-Hemmern therapiert. Diese Methode wurde 2018 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet und wird am UK Essen erfolgreich eingesetzt, heißt es in einer Mitteilung des UDE / UK  Essen. Etwa 40 bis 60 Prozent der Karzinome sprechen auf die Therapie an, vor allem wenn der Krebs erstmals auftritt. Falls nicht, muss operiert und chemotherapiert werden.

„Wir haben deshalb nach einem Biomarker gesucht, mit dem die Tumorlast während des gesamten Krankheitsverlaufs sicher bewertet werden kann“, wird Professor Jürgen C. Becker, Leiter der DKTK-Abteilung Translational Skin Cancer Research im Zentrum für Medizinische Biotechnologie (ZMB) an der UDE in der Mitteilung zitiert.

Nach langer Suche fanden die Wissenschaftler schließlich das Molekül cf miR-375, das unter anderen von Merkelzell-Tumorzellen übermäßig ins Blut freigesetzt wird. „So kann mit einer Blutuntersuchung das Ansprechen auf eine Therapie überprüft und ein eventueller Krankheitsrückfall frühzeitig erkannt werden“, so Becker in der Mitteilung weiter.

MicroRNAs wurden bereits als Biomarker zum Beispiel bei Darmkrebs und Brustkrebs anerkannt. „Wir hoffen, dass das künftig auch für miR-375 der Fall sein wird“, so Becker. „In jedem Fall ist es ein nützliches Instrument, um das Ansprechen auf die Therapie zu überwachen. Außerdem ermöglicht es eine gezieltere Indikation für die PET / CT-Bildgebung.“ (eb)

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