Ärzte Zeitung, 23.01.2011

Forscher züchten Lebergewebe aus Hepatozyten

HAMBURG (eb). Wissenschaftlern des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist es erstmals gelungen, aus menschlichen Leberzellen neues Lebergewebe zu bilden.

Damit eröffnet die Arbeitsgruppe um Privatdozent Jörg-Matthias Pollok völlig neue therapeutische Möglichkeiten. So könnten künftig mehrere Patienten mit den Zellen von nur einer Spenderleber behandelt werden (Liver Transplant online).

Die Forscher legen die menschlichen Leberzellen in auflösbare Trägersubstanzen, ähnlich dem Material für selbstauflösende chirurgische Nahtmaterialien.

Die Leberzellen bilden rundliche Gewebeverbände, die so aussehen und sich so verhalten wie normales Lebergewebe. Die primären menschlichen Hepatozyten bilden ein intaktes Lebergewebe in dreidimensionaler Zellkultur.

Die Transplantation von Leberzellen wird aktuell intensiv erforscht. Bisher werden allerdings vor allem aus Lebergewebe isolierte Leberzellen von Spendern transplantiert.

Unter dem Isolationsakt und der Aufbewahrung im eingefrorenen Zustand leiden die Zellen. Dies ist einer der Gründe dafür, dass die Leberzell-Transplantation bisher wenig Erfolg gezeigt hat.

Die Bildung von neuem Lebergewebe vor der Transplantation könnte einige dieser Probleme lösen und damit die Ergebnisse der Leberzell-Transplantation verbessern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »