Ärzte Zeitung, 13.06.2013

Leberkrebs

Neue praxisnahe S3-Leitlinie

HANNOVER/BERLIN. Etwa 7500 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu am Leberzellkarzinom.

Die neue S3-Leitlinie "Diagnostik und Therapie des hepatozellulären Karzinoms" soll jetzt die Behandlung und Betreuung der Patienten verbessern. Der praxisnahe Handlungsleitfaden basiert auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) haben mehr als 100 Experten die Leitlinie erstellt. Die DGVS baut darauf, dass alle an der Behandlung von Menschen mit Leberkrebs Beteiligten die Leitlinie umfassend umsetzen.

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist weltweit die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. Bis vor einiger Zeit galt HCC als eine relativ seltene Tumorerkrankung in Deutschland.

Inzwischen nimmt die Häufigkeit hierzulande und in anderen Ländern Europas jedoch deutlich zu, was mit einer steigenden Zahl von Leberzirrhosepatienten sowie der hohen Rate von Hepatitis-C-Neuinfektionen in den letzten vier Jahrzehnten in Zusammenhang gebracht wird.

Risiken und Vorbeugung im Vordergrund

Die neue Leitlinie richtet sich an alle Berufsgruppen, die Patienten mit hepatozellulärem Karzinom betreuen, und an interessierte Patienten oder Selbsthilfegruppen.

Etwa sieben von zehn Leberzellkarzinomen werden erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt, da insbesondere im Anfangsstadium der Tumorerkrankung keine typischen Symptome existieren. Wird das Karzinom erst spät erkannt, sind die Therapieoptionen häufig sehr ungünstig.

Die Leitlinie widmet sich daher vor allem auch den Risiken und der Vorbeugung. Dem folgt eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Diagnoseverfahren, der operativen und interventionellen Verfahren und der systemischen Therapien.

In einem weiteren Kapitel beschreiben die Autoren mögliche supportive Therapien und beantworten palliativmedizinische und psychoonkologische Fragestellungen.

Die Entwicklung und Herausgabe der S3-Leitlinie wurde durch das Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Krebshilfe (DKH) betreut und finanziert. (eb)

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