Ärzte Zeitung, 20.06.2005

Erste Erfolge mit Dasatinib bei CML-Patienten

BERLIN (gvg). Ein neuer Tyrosinkinase-Hemmstoff könnte in Zukunft zum Rettungsanker für Kranke mit chronisch-myeloischer Leukämie (CML) werden. Erste Studien deuten darauf hin, daß Dasatinib auch dann noch hilft, wenn das als Wunderwaffe geltende Imatinib nicht anschlägt.

Dasatinib ist ein Hemmstoff der BCR/ABL Tyrosinkinase, ein Signalmolekül, das bei CML überaktiv ist und zu abnormer Proliferation der Knochenmarkstammzellen führt. Mehrere Phase-I-Studien hätten jetzt zu so überzeugenden Ergebnissen geführt, daß der Weiterentwicklung von Dasatinib nun höchste Priorität eingeräumt werde, so Dr. Bernd Winterhalter, Medizinischer Direktor bei Bristol-Myers Squibb.

In einer Studie wurde Dasatinib bei 36 CML-Patienten geprüft, die gegen Imatinib resistent waren. Bei 31 von ihnen kam es zur hämatologischen Remission, bei acht von 29 Patienten nach über dreimonatiger Therapie sogar zur zytogenetischen Remission. In anderen Studien bei fortgeschrittener CML waren die Resultate ähnlich ermutigend. So wurde bei 15 von 19 Patienten mit einer Blastenkrise eine hämatologische Remission erzielt, bei acht von 15 Patienten mit Blastenkrise, die das Präparat über drei Monate einnahmen, eine zytogenetische Remission.

Aufgrund dieser Ergebnisse habe die FDA jetzt grünes Licht für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren gegeben, so Winterhalter auf dem Berliner Hauptstadtkongreß. Phase-II-Studien werden gerade gestartet.

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