Ärzte Zeitung, 23.03.2011

Kommentar

Keine einfache Lösung bei Krebs

Von Peter Leiner

Die Entstehung von Krebs folgt keinem einfachen und keinem einheitlichen Muster. Die einstige Hoffnung von Onkologen, mit wenigen, breit wirksamen Arzneien bei jedem Patienten mit einem bestimmten Tumortyp gleichermaßen erfolgreich zu sein, wurde bald stark gedämpft. Innerhalb der vergangenen drei Dekaden verzeichneten Krebsforscher jedoch ernorme Fortschritte in der Aufklärung der Krebsentstehung.

Dr. Robert A. Weinberg aus Cambridge in Massachusetts und Dr. Douglas Hanahan aus Lausanne in der Schweiz sprechen sogar von "Myriaden" von Therapieansätzen, die inzwischen aufgrund der neuen Erkenntnissein Studien geprüft oder bereits in der Klinik angewendet werden.

Bestes Beispiel für den Erfolg: Die zielgerichtete Therapie von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie, die von dem Tyrosinkinase-Hemmer Imatinib oder von Nachfolgepräparaten profitieren. Es zeichnet sich ab, dass die Patienten durch diese Therapie eine Lebenserwartung haben wie die übrige Bevölkerung.

Eine einfache und einheitliche Lösung zur Therapie kann es wegen der Komplexität der Krebsentstehung also nicht geben. Doch durch die neuen Entwicklungen sind Onkologen auf einem guten Weg, das Beste für Krebspatienten herausholen zu können.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Personalisierung in der Onkologie erfordert Umdenken

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »