Ärzte Zeitung online, 28.08.2017

Fokus Nachsorge

Neues DMP-Programm bei Brustkrebs

Das Disease-Management-Programm für Patientinnen mit Brustkrebs wurde vollständig überarbeitet. Nach Angaben der KBV liegt künftig der Fokus verstärkt auf der Nachsorge.

Neues DMP-Programm bei Brustkrebs

Vor allem bei Therapien, die sich über mehrere Jahre erstrecken, ist eine gute adhärenz der Patientinnen mit Brustkrebs wichtig.

© [M] Realer Körper: www.Image Source.com | 3D-Körper: Springer Verlag GmbH

BERLIN. Der Schwerpunkt des Disease-Management-Programms (DMP) Brustkrebs liegt seit seiner Einführung auf der Primärtherapie. Diese sei jedoch durch den nachsorgenden Gynäkologen wenig beeinflussbar, so die KBV in ihren Praxisnachrichten. Vielmehr obliege es den zertifizierten Brustzentren, welche Therapie – Op, Chemo- oder Radiotherapie, endokrine oder Antikörpertherapie – erfolge.

Mit der DMP-Aktualisierung würden nun die längerfristigen Neben- und Folgewirkungen der Erkrankung und Therapie stärker berücksichtigt, u. a. indem die Adhärenz der Patientinnen gefördert werde und psychosozialer Aspekte berücksichtigt würden.

Patientinnen bis zu zehn Jahre im DMP-Programm

Vor allem bei einer endokrinen Therapie, die inzwischen bis zu zehn Jahre lang empfohlenen werde, sei es wichtig, die Adhärenz zu stärken, etwa indem verstärkt mögliche Nebenwirkungen der Behandlung erfasst und behoben würden, so die KBV.

Der langfristigen Nachsorge wird auch dadurch Rechnung getragen, dass Patientinnen künftig statt bisher fünf nun bis zu zehn Jahre im Programm eingeschrieben sein können.

Die Aktualisierung des DMP Brustkrebs tritt laut KBV am 1. Oktober in Kraft. Innerhalb eines Jahres müssten die DMP-Verträge dann angepasst werden, sodass das aktualisierte DMP mit neuen Dokumentationsvorgaben zum 1. Oktober 2018 in den Praxen umgesetzt werde. (run)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Nach Laborreform - Alte EBM-Nummer, aber neue Fallen für den Bonus

So viel hat sich bei den Ausnahme-Kennnummern im Labor zum 1. April gar nicht geändert. Doch ihre Wirkung auf Laborkosten ist völlig anders als bisher. Lesen Sie am Beispiel des Diabetes, wie Sie neue Fallen im Labor vermeiden. mehr »

Neue MS-Medikamente für weniger Schübe und weniger Behinderung

Wie innovative Medikamente und neue Behandlungsrichtlinien die Therapie bei MS optimieren – das ist ein Schwerpunkt beim Kongress der Europäischen Neurologen in Lissabon. mehr »