Ärzte Zeitung, 08.03.2012

Mit kalziumreicher Kost weniger Prostatakarzinome

DURHAM (BS). Die Hypothese, dass mit der Aufnahme von Kalzium das Risiko für ein Prostatakarzinom zunimmt, wird durch eine Fall-Kontroll-Studie aus den USA nicht bestätigt (Prev Chronic Dis 2012; 9: 110125). Im Gegenteil: Je kalzium reicher sich die Studienteilnehmer ernährten, desto seltener erkrankten sie an Prostatakrebs.

Die Schutzwirkung beschränkte sich allerdings auf diätetisches Kalzium und auf fortgeschrittene Prostatakarzinome.

In der Studie wurden drei Personengruppen verglichen: Patienten mit bioptisch bestätigtem Prostatakarzinom (n = 108), Patienten mit klinischem Verdacht, aber negativem Biopsieergebnis (n = 161) und gesunde Kontrollpersonen (n = 237). Alle Teilnehmer hatten Fragebögen zur Ernährung und zu bekannten Risikofaktoren des Prostata-Ca ausgefüllt.

Die Kalziumzufuhr insgesamt, aus Mahlzeiten, Kalziumtabletten und Multivitaminpräparaten, lag im Mittel bei etwa 800 mg pro Tag. Wie der Vergleich der "Fälle" mit jeder der beiden Kontrollgruppen ergab, war eine kalziumreichere Ernährung mit einer geringeren Prostatakrebsrate assoziiert.

Eine höhere Kalzium zufuhr insgesamt wirkte jedoch nur bei Afroamerikanern protektiv, bei hellhäutigen Männern zeigte sich keinerlei Zusammenhang mit der Krebshäufigkeit.

Eine kalziumreiche Diät ließ nur die Rate an hochgradigen Tumoren schrumpfen. Allerdings lag die ernährungsabhängige Kalziumaufnahme auch in der höchsten Terzile bloß bei gut 1000 mg pro Tag.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »