Ärzte Zeitung, 11.07.2011

Hochdotierter Preis für Göttinger Krebsforscher

GÖTTINGEN (dpa). Für die Erkenntnis, wie gesunde Hirnzellen an der Ausbreitung von Krebs beteiligt sind, ist dem Göttinger Onkologen Tobias Pukrop der Württembergische Krebspreis 2011 zuerkannt worden.

Pukrop hat einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, über den sich Krebszellen Eintritt in fremde Organe verschaffen könnten. Er fand heraus, dass Krebszellen für den Eintritt einen Mechanismus der Mikrogliazellen nutzen. Aus den Erkenntnissen könnten sich Ansatzpunkte für eine neue Therapie ergeben.

Mit 85.000 Euro ist der Preis einer der höchsten Krebsforschungspreise in Deutschland. Er wird verliehen von der "Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung" in Ravensburg.

Pukrop hat den Mechanismus von Mikrogliazellen erforscht

Der 1973 geborene Pukrop erforscht an der Universität Göttingen vor allem die Mechanismen bei der Ausbreitung von Tumoren. Mit seiner Arbeitsgruppe habe er nachweisen können, dass gesunde Immunzellen des Gehirns, sogenannte Mikrogliazellen, Tumorzellen nicht nur mit Lockstoffen unterstützen, sondern auch die Krebszellen aktiv in das Hirngewebe einschleusen.

Dabei machten sich die Krebszellen einen Mechanismus der Mikrogliazellen zunutze, der eigentlich zur Abwehr von Gefahrstoffen diene. Letztlich führe ein fehlgeleiteter Abwehrprozess zur Ansiedelung von Krebszellen im Hirngewebe.

Mit dem Preisgeld will Pukrop genauer untersuchen, an welchen Stellen sich der Kontakt zwischen Mikroglia- und Tumorzellen abspielt. Aus den Ergebnissen könnte sich dann ein Ansatzpunkt für eine mögliche Therapie ergeben, teilte die Universität mit.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »