Ärzte Zeitung, 03.03.2005

Säureblocker stärkt im Magen auch die Schleimhaut-Barriere

Rabeprazol steigert den Gehalt an Mukus und Muzin

FRANKFURT / MAIN (djb). Bei säureassoziierten Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes ist die Hemmung der Säuresekretion mit einem Protonenpumpenhemmer effektiv. Eine zusätzliche Verbesserung des klinischen Erfolgs kann die Stärkung der Magenschleimhaut-Barriere bringen, hat Professor Siegfried Miederer von der Klinik für Innere Medizin am Evangelischen Johannes-Krankenhaus in Bielefeld gesagt.

Die Funktionsfähigkeit der Mukosa-Barriere des oberen Gastrointestinaltraktes hängt vom Gleichgewicht aus protektiven und aggressiven Faktoren ab. Protektiv wirken die Schleimschicht auf dem Oberflächenepithel, die intakte Durchblutung der Mukosa und die Bildung von Prostaglandinen. Aggressiv wirken außer der Magensäure Pepsine, Arzneimittel wie nichtsteroidale Antiphlogistika oder Alkohol.

Die Mukosa ist von einer schützenden Mukus-Pufferschicht bedeckt, die die Rückdiffusion von Wasserstoffionen in die Mukosa verzögert und der Aufrechterhaltung des pH-Gradienten dient. Ihre Funktion hängt von der Konzentration des Mukus-Glykoproteins Muzin ab.

Der Protonenpumpenhemmer Rabeprazol (Pariet®) verringert die Sekretion von Magensäure durch Blockade der Protonenpumpe und wird erfolgreich zur Therapie von Patienten mit säureassoziierten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes angewandt.

Darüber hinaus erhöht Rabeprazol als einziger Protonenpumpenhemmer signifikant im Vergleich zu Plazebo den Gehalt an Muzin und Mukus im Magen, wie Miederer bei den vom Unternehmen Eisai initiierten Frankfurter Gastro-Gesprächen gesagt hat. Damit würden die protektive Qualität der Mukus-Pufferschicht verstärkt und die Viskosität des Magensekrets erhöht.

Wie der Gastroenterologe betonte, sind die verminderte Magensäureproduktion in Kombination mit dem erhöhten Muzingehalt nahezu ideale Bedingungen für die Wiederherstellung einer gestörten Magenschleimhaut-Barriere. Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften sei Rabeprazol bei Patienten indiziert, die nicht-steroidale Antiphlogistika einnehmen.

Nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAR) hemmen die Muzinproduktion und können zu akuten und chronischen Schleimhautläsionen führen. Auch Ulkuspatienten, die trotz einer herkömmlichen Therapie mit Protonenpumpenhemmern Erosionen bekommen, oder Patienten mit Helicobacter-pylori-assoziierter Ulkuskrankheit, bei denen eine Eradikation des Magenkeimes nicht gelingt, könnten durch den besonderen Muzin-Effekt von Rabeprazol profitieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »