Ärzte Zeitung, 04.03.2005

Helicobacter-Eradikation ist auch sinnvoll bei Eisenmangel-Anämie

H.p.-Infektion könnte Eisenmangel durch Resorptionsstörung oder Blutverlust auslösen

SEATTLE (mal). Bei Patienten mit Eisenmangel-Anämie unklarer Ursache ist eine Helicobacter-pylori- Diagnostik und bei positivem Ergebnis eine Eradikationstherapie eine vernünftige, immer wieder einmal von Erfolg gekrönte Vorgehensweise. Darauf weisen jetzt Forscher aus Seattle nach Bewertung der hierzu verfügbaren Literatur hin.

Helicobacter pylori im Elektronenmikroskop. Die Infektion mit dem Keim kann auch mit einer Eisenmangel-Anämie assoziiert sein. Foto: AstraZeneca

Die Kollegen Dr. Suja DuBois und David J. Kearney von der Universität in Seattle im US-Staat Washington schreiben in ihrer Übersicht, daß seit Beginn der 90er Jahre in Kasuistiken immer wieder über Patienten mit Eisenmangel-Anämie berichtet worden ist, bei denen außer einer Infektion mit Helicobacter pylori (H.p.) und assoziierter Gastritis keine pathologischen Befunde vorlagen.

Nach erfolgreicher Eradikationstherapie verschwand auch die Anämie wieder (Am J Gastroenterol 100, 2005, 453).

Daß die gegen H.p. gerichtete Eradikationstherapie bei Eisenmangel-Anämie Nutzen bringen kann, sei auch durch eine kleine, 1999 veröffentlichte kontrollierte Studie belegt worden, so die Forscher.

Hier hatten 22 Patienten mit Eisenmangel-Anämie und H.p.-Infektion eine orale Eisentherapie plus eine zweiwöchige Eradikationstherapie bekommen, ein dem Eisen-Präparat entsprechendes Placebo plus Eradikation, oder eine orale Eisen- plus eine zweiwöchige Placebo-Therapie statt der Eradikationstherapie.

Egal, ob mit oder ohne oraler Eisentherapie: Nach acht Wochen hatten die Patienten, bei denen H.p. aus dem Magen entfernt worden war, signifikant höhere Hämoglobin-Spiegel als die Patienten mit fortbestehender Infektion.

Wie die Assoziation von H.p. und Eisenmangel-Anämie zu erklären ist, dafür gibt es unterschiedliche Thesen: Die Infektion könnte durch chronisch erosive Gastritis zu Blutverlusten führen, lautet eine Theorie. Infolge von Infektion, atrophischer Gastritis und Hypo- oder Achlorhydrie könnte die Eisenabsorption aus dem Dünndarm beeinträchtigt sein, meinen andere Forscher. Und: Die Keime haben selbst einen großen Eisenbedarf, so eine weitere These.

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