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Diagnosen

DEGUM fordert mehr Qualität beim Ultraschall

Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt nur eine Treffsicherheit von knapp 39 Prozent. Solche Zahlen sind Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin für klare Qualitätsregelungen zu plädieren.

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Die Qualität von Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums lässt nach Ansicht der DEGUM deutlich zu wünschen übrig, wenn der Arzt nicht ausreichend ausgebildet ist.

Die Qualität von Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums lässt nach Ansicht der DEGUM deutlich zu wünschen übrig, wenn der Arzt nicht ausreichend ausgebildet ist.

© eyetronic / Fotolia

BERLIN. Sie liefert exakte Ergebnisse, ist schonend und kostengünstig: Bei vielen Untersuchungen ist die Ultraschalldiagnostik die Methode der Wahl – vorausgesetzt, der Arzt beherrscht sie. Das ist allerdings offenbar nicht immer der Fall: Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht nach Angaben der der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt beispielsweise nur eine Treffsicherheit von knapp 39 Prozent – ein Experte hingegen diagnostiziert in fast 95 Prozent der Fälle korrekt. Mit Blick auf die aktuelle Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung für Ärzte fordern Experten der DEGUM deshalb klare Qualitätsrichtlinien für die Ultraschalldiagnostik.

Auf einer Pressekonferenz in Berlin kritisierte Vertreter der DEGUM, dass dazu bisher keine klaren Regelungen vorgesehen sind. Zugleich forderten sie eine kostendeckende Vergütungen für hochqualifizierte Ultraschallleistungen von den Kassen und die Aufnahme klarer Qualitätsanforderungen in die Musterweiterbildungsordnung (MBWO) der Bundesärztekammer.

Bislang gebe die Musterweiterbildungsordnung Untersuchungszahlen vor, lege aber keine Qualitätskriterien fest, sagte Dr. Hans Worlicek, Leiter der Kommission Ultraschall in der DEGUM. Tatsächlich sei die Qualität der Ultraschallausbildung in den Kliniken eher schlecht zu bewerten, sagte Worlicek. Unter anderem gebe es auch keine definierte Qualifikationsanforderung an die Ausbilder.

Seit Mitte der 1990er-Jahre sei es nicht gelungen, neben der Basisversorgung mit Ultraschall ein flächendeckendes hochqualifiziertes Angebot zu etablieren. Das liege auch an der Vergütung. Während die Basisleistung mit 14 Euro kostendeckend sein könne, seien differenziertere Diagnostiken mittels Ultraschall dafür nicht zu haben. Erfahrungen aus Kliniken ließen eher zwischen 32 und 52 Euro dafür angebracht erscheinen, sagte Worlicek.

Änderungen fordert die DEGUM auch an den Mutterschaftsrichtlinien. Es gehe nicht an, dass Frauen regelhafte feindiagnostische Untersuchungen in der 11. bis 13. und in der 20. Schwangerschaftswoche oft nicht bezahlt bekämen, obwohl so 90 Prozent der Fehlbildungen des Herzens erkannt werden könnten. In den Basisuntersuchungen werde dagegen lediglich jeder dritte Herzfehler auffällig, sagte DEGUM-Vorstand Professor Peter Kozlowski.

 "In den Richtlinien fehlen differenzierte qualitätsbezogene Ultraschall-Anforderungen bisher fast gänzlich", kritisierte auch Dr. Hans Worlicek, Leiter der DEGUM-Kommission Ultraschall in der Praxis. "Dabei ist die Qualifikation des Untersuchers entscheidend, beispielsweise damit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts korrekt diagnostiziert werden" betont er in einer Mitteilung der Gesellschaft. Und auch in der geburtshilflichen Diagnostik mangele es an solchen Richtlinien: Nur etwa ein Drittel der Herzfehler bei Ungeborenen werde bei Routineuntersuchungen korrekt diagnostiziert, obwohl Spezialisten mit entsprechender Qualifikation mittlerweile über 90 Prozent der Herzfehler identifizieren könnten.

DEGUM-Experten haben nach eigenen Angaben vor kurzem bereits eine neue Maßnahme entwickelt, um die Qualität der Sonographie der Bauchorgane zu verbessern – und so für eine höhere Treffsicherheit bei ärztlichen Diagnosen zu sorgen. Im Angebot der Fachgesellschaft seien intensive Ultraschallkurse zu verschiedenen Themen der Inneren Medizin – insgesamt 13 Module zu je acht Unterrichtsstunden. Entscheidend für die Effizienz der Untersuchung sei neben einer hochwertigen Ausbildung aber auch die laufende Übung des Schallers mit einer hohen Untersuchungszahl und einem breiten Spektrum pathologischer Befunde sowie die Qualität des Ultraschallgeräts. (run)

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