Ärzte Zeitung online, 03.09.2019

Zöliakie

Hohes Erkrankungsrisiko der Angehörigen

US-Ärzte raten, auch asymptomatische Angehörige von Zöliakie-Patienten auf die Erkrankung zu untersuchen.

ROCHESTER. Eltern, Geschwister und Kinder von Zöliakie-Patienten haben offenbar ein hohes Risiko, selbst die Erkrankung zu bekommen, wie die Mayo Clinic berichtet.

Eine retrospektive Studie habe ergeben, dass 44 Prozent der untersuchten Verwandten ersten Grades Zöliakie hatten. Von diesen Patienten hatten 94 Prozent Symptome, die nicht klassisch waren oder sie hatten überhaupt keine Symptome. Die Studie soll in der Septemberausgabe der Zeitschrift „Mayo Clinic Proceedings“ veröffentlicht werden.

Die Forscher untersuchten eine retrospektive Stichprobe von 104 Patienten, bei denen zwischen 1983 und 2017 Zöliakie diagnostiziert worden war, basierend auf Aufzeichnungen der Mayo Clinic und Zöliakie-Registrierungsdaten.

Anschließend identifizierten sie 477 Verwandte ersten Grades, von denen 360 auf Zöliakie untersucht wurden. Von diesen hatten 160 Zöliakie. Der durchschnittliche Zeitraum zwischen der Diagnose des Erstpatienten und derjenigen des Angehörigen betrug knapp sechs Monate.

Ein verstärktes Screening auf Zöliakie bei Familienmitgliedern könnte Langzeitkomplikationen wie Ernährungsdefizite, die Entwicklung neuer Autoimmunerkrankungen und bösartige Erkrankungen des Dünndarms verhindern, heißt es in der Mitteilung der Mayo Clinic. Auch andere Studien hätten bereits eine höhere Prävalenz von Zöliakie bei Familienmitgliedern gezeigt.

„Gastroenterologen und Allgemeinmediziner sollten nach der Familiengeschichte von Zöliakie bei den Eltern, Geschwistern und Kindern ihrer Patienten fragen. Und wenn sie während des Klinikbesuchs anwesend sind, sollten sie ein Screening anbieten“, wird Dr. Imad Absah, Hauptautor der Studie, zitiert. (eb)

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