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Darmentzündung

Wann welche Biologika bei Crohn & Colitis?

Ein verbindlicher Flowchart zur Anwendung von Biologika bei CED ist bisher nicht definiert. Ein Kollege gibt Tipps.

Veröffentlicht:

WIESBADEN. In den vergangenen Jahren wurden für die Therapie bei CED evidenzbasierte Leitlinien und Therapiealgorithmen entwickelt. Dabei werden außer den bewährten Therapieoptionen moderne Biologika immer wichtiger. „Im Allgemeinen wird eine Stufentherapie im Sinne eines Step up für sinnvoll gehalten“, erinnerte Professor Gerhard Rogler, Universitätsklinik Zürich, bei einer von der Falk Foundation unterstützten Veranstaltung in Wiesbaden.

Doch bei Patienten mit hohem Komplikationsrisiko sei auch eine aggressivere „Top-down“-Therapie empfehlenswert. Bei jedem Patienten sei eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung wichtig, wobei die Stärken und Risiken der neuen Biologika zu berücksichtigen seien.

Bei Colitis ulcerosa haben weiterhin bewährte Therapien wie 5-ASA-Präparate, topische und systemische Steroide und Immunsuppressiva ihren Stellenwert. Reichen diese nicht aus, stehen heute Biologika zur Verfügung, nämlich die Anti-TNF-Antikörper Infliximab, Adalimumab und Golimumab und der Anti-Integrin-Antikörper Vedolizumab.

Bei M. Crohn haben sich neben topischen und systemischen Steroiden und Immunsuppressiva wie Azathioprin und Methotrexat als Biologika Infliximab Adalimumab, Vedolizumab sowie der Anti-IL-12/IL-23-Antikörper Ustekinumab etabliert. Darüberhinaus ist bei Colitis ulcerosa Tofacitinib als orales Medikament zugelassen.

„Diese neuen Therapieoptionen müssen in den Therapiealgorithmus eingebaut werden“, so Rogler. Einen einfachen Flowchart für alle Patienten könne es aber dabei nicht geben. Damit würde man sich die Sache zu einfach machen. Um die im Einzelfall beste Entscheidung treffen zu können, sei eine profunde Kenntnis der jeweiligen Vor- und Nachteile nötig.

Beispiel: Bei Colitis ulcerosa sei Infliximab am effektivsten, doch das Nebenwirkungsrisiko sei höher als bei Vedolizumab. Deshalb könne es sinnvoll sein, bei einer nicht zu schweren Verlaufsform der Colitis ulcerosa mit Vedolizumab als First-line-Biologikum zu beginnen, zumal dann, wenn ein rascher Therapieerfolg notwendig ist und keine extraintestinalen Manifestationen vorliegen.

Ähnliches gilt für den Morbus Crohn, wobei hier auch extraintestinale Manifestationen auf Ustekinumab ansprechen. (sti)

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