Ärzte Zeitung, 23.03.2011

Kommentar

ADHS-Kranke brauchen Therapie

Von Wolfgang Geissel

Beim Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist wegen unkontrollierter Impulskontrolle das Risiko für Verkehrsunfälle erhöht. Das ist aber nur eine Facette, die es bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ADHS zu beachten gilt.

Wegen des chaotischen Lebensstils fällt es Betroffenen schwer, den Einstieg in einen Beruf zu finden. Es ist daher ein großes Problem in dieser kritischen Lebensphase, dass ADHS-Arzneien in Deutschland nur für Kinder und Jugendliche zugelassen sind. Wenn eine wirksame Therapie deshalb mit dem 18. Geburtstag eingestellt wird, kann es schlimme Folgen haben.

Ein Gutachten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information hat kürzlich den Finger in eine offene Wunde gelegt. Junge Erwachsene mit ADHS müssen angemessen behandelt werden.

 Geschieht dies nicht, kann es sehr teuer werden: zum Beispiel wegen des hohen Risikos für Verkehrsunfälle aber auch für Suchterkrankungen oder Depressionen. Arzneien sind dabei aber immer nur ein Teil der ADHS-Therapie. Der Mangel an spezialisierten Ärzten ist ein weiteres wichtiges Thema bei der Krankheit, das unbedingt angegangen werden muss.

Lesen Sie dazu auch:
Therapie bessert Fahrtauglichkeit bei ADHS

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »