Ärzte Zeitung, 27.06.2005

Reboxetin hat sich in der Praxis bei Älteren mit Depressionen bewährt

Untersuchung bei über 560 Patienten über 60 Jahren / Wenig Wechselwirkungen

FRANKFURT/MAIN (djb). Der selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NARI) Reboxetin lindert Depressionen, steigert den Antrieb und verbessert kognitive Fähigkeiten. Eine Anwendungsbeobachtung hat jetzt bestätigt, daß das Antidepressivum auch bei älteren, multimorbiden Patienten gut wirksam und verträglich ist.

Bei der antidepressiven Therapie alter Menschen sollten Mittel mit geringem Wechselwirkungspotential bevorzugt werden. Foto: kna

Bei über 1800 Patienten mit Depressionen in 644 allgemeinärztlichen, internistischen, psychiatrischen und neurologischen Arztpraxen wurden die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Reboxetin (Solvex®) unter Alltagsbedingungen geprüft.

Die Daten von 564 älteren Patienten über 60 Jahren haben dabei gezeigt, daß Reboxetin auch in dieser Altersgruppe als First-Line-Antidepressivum verwendet werden kann, so Professor Hans-Peter Volz aus Werneck. Wie Volz bei einer Veranstaltung von Merz Pharmaceuticals sagte, gibt es mit dem Wirkstoff nur selten Wechselwirkungen. Er sei daher auch für ältere Patienten mit vielen Begleitmedikamenten gut geeignet.

Die Teilnehmer der Anwendungsbeobachtung wurden über acht Wochen mit Reboxetin in einer mittleren Dosierung von 6,2 mg pro Tag behandelt. Die mittlere Beobachtungsdauer betrug 9,5 Wochen. 76 Prozent der Patienten wiesen Begleiterkrankungen, vorwiegend des Kreislaufsystems, auf. 73 Prozent nahmen mindestens eine Begleitmedikation ein, etwa Herzkreislauf-Mittel, Magendarm-Mittel oder Psychopharmaka.

Auch zusammen mit den Begleitmedikationen wurde das Antidepressivum gut bis sehr gut vertragen, gaben 94 Prozent der Ärzte an. Unerwünschte Ereignisse wie Agitation, Erbrechen oder Unwohlsein traten bei 24 Patienten auf.

Die depressive Symptomatik ging von 23 Punkten auf der Hamilton-Depressionsskala (HAMD) auf 7,4 Punkte zurück. 79 Prozent der Patienten sprachen auf die Therapie an: Bei ihnen nahm der Punktwert auf der Skala um mindestens 50 Prozent ab, so Volz. Bei 85 Prozent der Patienten wurde die Wirksamkeit der Therapie von den Ärzten als sehr gut bis gut beurteilt.

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