Ärzte Zeitung, 04.07.2005

Neue Nerven bei Parkinson durch Wachstumsfaktor

BRISTOL (wsa). Ein natürlicher Wachstumsfaktor kann den Verlust von Nervenzellen bei Morbus Parkinson rückgängig machen: Ins Gehirn injiziert bewirkt der Faktor GDNF die Neubildung von Neuronen in geschädigten Hirnbereichen. Das stellten britische Forscher bei der Gehirnanalyse eines Patienten fest, der an einer experimentellen klinischen Studie mit dem Wirkstoff teilnahm ("Nature Medicine"-Online) und an einem Herzinfarkt starb.

Dies sei der erste neuropathologische Beweis dafür, daß der infundierte Faktor GDNF bei Menschen das Wachstum Dopamin-freisetzender Neuronen bewirkt, verbunden mit einer Linderung der Parkinson-Symptome, so Dr. Seth Love von der Universität von Bristol.

In der Pilotstudie leiteten die Ärzte das Mittel bei fünf Parkinson-Patienten über einen Schlauch in das Putamen. Bereits nach wenigen Monaten bemerkten die Patienten deutliche Verbesserungen ihrer Beschwerden. Dies hielt über einen Zeitraum von vier Jahren an - auch, nachdem die Behandlung wieder eingestellt worden war.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »