Ärzte Zeitung, 08.07.2016

Zugelassen

Daclizumab bei Multipler Sklerose

ISMANING. Die Europäische Kommission hat die Zulassung für Daclizumab (Zinbryta®) zur Therapie Erwachsener mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) erteilt, meldet das Unternehmen Biogen. Als Immunmodulator reguliere der Wirkstoff das Entzündungsgeschehen bei MS, ohne eine breite Depletion des Immunsystems zu verursachen.

Zinbryta® werde einmal monatlich als subkutane Selbstinjektion mit einer Fertigspritze appliziert und sei gemeinsam von Biogen und AbbVie entwickelt worden, so der Hersteller.

In der Studie DECIDE wurde mit Daclizumab die jährliche Schubrate im Vergleich zur Therapie mit intramuskulärem Interferon beta-1a bis zu 144 Wochen um 45 Prozent signifikant reduziert. Daclizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper (IgG1), der selektiv an die alpha-Untereinheit (CD25) des hochaffinen Interleukin-2-Rezeptors (IL-2R) bindet. CD25 ist auf aktivierten T-Zellen hoch exprimiert.

Der Wirkmechanismus von Daclizumab bestehe vermutlich in der Blockade der Aktivierung autoreaktiver T-Zellen, einem Hauptverursacher der Entzündungen im zentralen Nervensystem von Menschen mit MS, so das Unternehmen in seiner Mitteilung. Daclizumab führe zu einer Erhöhung der CD56bright-NK-Zellen, die selektiv die Zahl aktivierter T-Zellen verringern können. Die Zahl aktivierter T-Zellen werde reduziert, ohne eine generelle Immunzelldepletion zu verursachen.

Unter Daclizumab zeigte sich keine breite Immunzelldepletion. Der Wiederanstieg der Immunzellzahl nach Absetzen von Daclizumab sei voraussagbar und innerhalb von sechs Monaten vollständig reversibel, so der Hersteller. Zu den häufigsten Nebenwirkungen, die unter Daclizumab auftreten können, gehören nach Angaben des Herstellers Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Harnwegsinfektionen und Hautreaktionen. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »